Impfzentrum am Flughafen in Rotterdam | Bildquelle: AFP

Kritik in den Niederlanden Corona-Impfungen erst in einer Woche

Stand: 01.01.2021 21:17 Uhr

In vielen Ländern laufen die Corona-Impfungen schon - nicht so in den Niederlanden. Dort soll es trotz großer Vorräte erst in einer Woche losgehen. Die Krankenhäuser schlagen Alarm.

In den Niederlanden nimmt die Kritik an der Corona-Impfstrategie zu. Obwohl in einem Speziallager im Osten des Landes schon rund 175.000 Impfdosen der Hersteller Pfizer und Biontech lagern, will die Regierung erst am 8. Januar die ersten Menschen impfen und am 18. Januar landesweit starten. Damit sind die Niederlande das letzte Land in der EU, das mit den Impfungen beginnt.

Trotz der Kritik will die Regierung den Start der Impfkampagne nicht vorziehen. Das sei aus logistischen Gründen nicht möglich. Der Fahrplan werde vorerst nicht verändert, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa.

Die Verbände der akuten medizinischen Versorgung hatten dringend an den Gesundheitsminister Hugo de Jong appelliert, schon am kommenden Montag Pflegepersonal der Krankenhäuser und Intensivstationen zu impfen. Dies könne schnell in den Krankenhäusern geregelt werden. Außerdem reichten die Vorräte an Impfdosen aus. Der Minister will sich erst Anfang der kommenden Woche dazu äußern.

Krankenhäuser stark unter Druck

Krankenhäuser und Intensivstationen in den Niederlanden können laut eigenen Angaben dem Druck kaum noch standhalten. Die medizinische Versorgung sei angesichts ständig steigender Patientenzahlen und großer Personalengpässe kaum noch zu bewältigen. In mehreren Kliniken des Landes wurden bereits Spezialisten der Armee eingesetzt.

Heute wurden in den Niederlanden 8200 Neuinfektionen gemeldet. Zum Vergleich: In Deutschland mit rund fünf Mal so vielen Einwohnern betrug der entsprechende Wert rund 23.000.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. Januar 2021 um 08:00 Uhr.

Darstellung: