Italiens Ministerpräsident Conte und Bildungsministerin Azzolina auf einer Pressekonferenz in Rom | Bildquelle: AFP

Geschlossene Schulen in Italien "Keine einfache Entscheidung"

Stand: 05.03.2020 08:40 Uhr

Bisher waren wegen der Ausbreitung des Coronavirus vor allem im Norden Italiens die Schulen geschlossen, jetzt weitet die Regierung die Maßnahmen aus: Von heute an bleiben alle Bildungseinrichtungen im Land dicht.

Von Lisa Weiß, ARD-Studio Rom

Leere Universitäten, versperrte Schulen: Ein Anblick, den es bisher nur in den vom Coronavirus am schlimmsten betroffenen Regionen gab. Doch jetzt bleiben in ganz Italien Schulen und Universitäten geschlossen.

Eine durchaus drastische Maßnahme, das ist auch Bildungsministerin Lucia Azzolina klar: "Es war für die Regierung keine einfache Entscheidung. Weil sich die epidemiologische Situation schnell ändert, haben wir vorsichtshalber beschlossen, alle Bildungsmaßnahmen bis zum 15. März auszusetzen - auch außerhalb der roten Zone."

Coronavirus in Europa: Italien am schwersten betroffen
tagesschau 14:00 Uhr, 05.03.2020, Verena Schälter, ARD Rom

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Conte: System läuft Gefahr, überlastet zu werden

Auch Sportveranstaltungen wie Fußballspiele müssen in ganz Italien vorerst ohne Publikum stattfinden. Man wolle alle Maßnahmen ergreifen, um das Virus einzudämmen oder wenigstens seine Verbreitung zu verzögern, erläuterte Ministerpräsident Giuseppe Conte: "Wir haben Krankenhäuser und ein Gesundheitssystem. Das alles ist zwar exzellent und effizient, aber läuft Gefahr, überlastet zu werden."

Denn Italien ist das europäische Land, in dem das Virus offenbar am meisten verbreitet ist: Mehr als 3000 Menschen haben sich bisher infiziert. Vielen geht es zwar schon wieder gut, mehr als 100 sind aber auch gestorben.

Ganze Orte in Norditalien stehen unter Quarantäne - die sogenannte "zona rossa", die rote Zone. Hier darf man nur mit Sondererlaubnis rein oder raus. Auf den Straßen von Mailand sieht man nur wenige Touristen, selbst in Rom, wo es bisher nur relativ wenige Fälle gibt, ist spürbar weniger los.

Warnung vor Verschwörungstheorien

Die Auswirkungen auf Italiens Wirtschaft dürften gravierend sein. Viele Menschen sind verunsichert, das ist offenbar auch Ministerpräsident Conte klar. Er warnte in einer Videobotschaft an die Nation vor Verschwörungstheorien. Die Wahrheit sei das stärkste Gegenmittel - und Transparenz die erste Impfung.

Conte appellierte an die Italiener, zusammenzuhalten: "Wir sitzen im gleichen Boot. Wer am Steuer ist, muss die Richtung einhalten, muss sie der Besatzung zeigen. Wir müssen uns mehr anstrengen, wir müssen das zusammen tun."

"Umarmungen oder Küsse vermeiden"

Man müsse nicht gleich sein ganzes Leben wegen des Virus verändern, so Conte, sondern sich einfach vernünftig verhalten: "Wir müssen oft die Hände waschen, in ein Taschentuch oder die Armbeuge niesen oder husten, bei sozialen Kontakten einen Meter Abstand halten, Umarmungen oder Küsse vermeiden und uns nicht in Menschenmengen aufhalten."

Vernunft - die fordert Conte auch von der Europäischen Union: Europa müsse Italien entgegenkommen und die Anstrengungen honorieren, so Conte. Es brauche mehr Flexibilität bei den Bilanzregeln der EU, um Italiens Familien und Unternehmen zu unterstützen.

Italien schließt Schulen und Universitäten wegen Coronavirus
Lisa Weiß, ARD Rom
05.03.2020 07:41 Uhr

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