Corona-Regeln in Österreich Handel darf öffnen, Einreise wird schwieriger

Stand: 01.02.2021 21:41 Uhr

Die Corona-Zahlen in Österreich sind zwar höher als in Deutschland, trotzdem setzt man dort auf Lockerungen: Geschäfte, Friseure und Schulen dürfen wieder öffnen. Die Einreiseregeln werden hingegen verschärft - auch für Pendler aus Deutschland.

In Österreich hat die Regierung eine teilweise Lockerung des harten Lockdowns ab dem 8. Februar beschlossen. Alle Geschäfte dürfen dann wieder öffnen - unter strengen Auflagen: So muss dort eine FFP2-Maske getragen werden und die Zahl der Kunden wird begrenzt. Auch Museen und Zoos dürfen wieder öffnen, Friseure wieder Kunden bedienen. Für einen Termin dort oder bei einer ähnlichen körpernahen Dienstleistung ist aber ein negativer Test nötig, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. 

Auf vielfachen Wunsch von Eltern werden die Schulen in den Präsenzunterricht übergehen, teils allerdings in einem Schichtsystem. Schüler sollen regelmäßig getestet werden, wer kein negatives Ergebnis vorweisen kann, bleibt im Homeschooling.

Weitere Informationen über Einreiseregeln erwartet

Gelockert werden zum 8. Februar auch die Ausgangsbeschränkungen. Nach der derzeitigen Regelung darf man in Österreich das Haus rund um die Uhr nur aus triftigen Gründen verlassen, die aber sehr weit gefasst sind. Dazu zählen etwa Arbeit und Einkaufen, aber auch Spaziergänge oder Skifahren. Künftig gilt nur noch zwischen 20 und 6 Uhr eine Ausgangsbeschränkung, tagsüber dürfen sich wieder Angehörige zweier Haushalte treffen.

Die Einreiseregeln werden hingegen verschärft, um möglichst die Verbreitung ansteckenderer Corona-Mutation zu verhindern oder zu verzögern. Pendler müssen nun an der Grenze nach den Worten von Gesundheitsminister Rudolf Anschober einmal in der Woche Corona-Tests vorweisen. Das dürfte auch viele Deutsche treffen, die in grenznahen Städten wie Salzburg oder Bregenz arbeiten. Die Details dazu sind noch nicht bekannt. Innenminister Karl Nehammer will sich dazu im Laufe des Tages auf einer Pressekonferenz äußern.

Kurz: Nicht als Entwarnung zu verstehen

"Bitte verstehen Sie diese punktuellen Lockerungen nicht als Entwarnung", sagte Kanzler Sebastian Kurz bei der Vorstellung der neuen Regeln. Sollten die Infektionszahlen steigen, müsse sofort wieder nachgeschärft werden. Epidemiologisch sei das Problem klar, räumte der Kanzler ein: "Der sicherste Weg wäre es, im Lockdown zu verharren." Man sei sich aber auch im Klaren, dass Kinder ein Bedürfnis hätten, wieder in die Schule zu gehen. Zudem müsse alles getan werden, um die Arbeitslosigkeit so gering wie möglich zu halten.

Wann mit Öffnungsschritten für die Gastronomie, Hotels sowie den Sport- und Kulturbereich gerechnet werden kann, soll am 15. Februar entschieden werden. Österreich ist nach kurzzeitigen Lockerungen vor Weihnachten seit dem 26. Dezember in seinem dritten harten Lockdown. Die Zahl der Neuinfektionen ging dadurch zurück - allerdings nicht in dem Maß, wie von der Regierung erhofft.

Die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tage pro 100.000 Einwohner - liegt in Österreich aktuell bei 105 und damit höher als in Deutschland, wo es bislang keine Beschlüsse für Lockerungen gibt.

Österreich lockert Corona-Regeln an Schulen und im Handel
Clemens Verenkotte, ARD Wien
01.02.2021 20:45 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 01. Februar 2021 um 22:30 Uhr.

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