Menschen stehen in New York Schlange. Alle tragen wegen der Corona-Pandemie einen Mund-Nasen-Schutz. | Bildquelle: PETER FOLEY/EPA-EFE/Shutterstock

Corona-Pandemie in den USA Neuer Rekordwert bei Neuinfektionen

Stand: 02.07.2020 09:05 Uhr

In den USA haben sich fast 53.000 weitere Menschen mit dem Coronavirus infiziert - die bisher höchste Zahl seit Ausbruch der Pandemie. Ungeachtet dessen plant der US-Präsident große Feierlichkeiten zum 4. Juli.

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den USA ist auf eine neue Rekordhöhe gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden wurden 52.898 neue Ansteckungsfälle verzeichnet, wie die Johns-Hopkins-Universität im Bundesstaat Maryland mitteilte. Dies ist die höchste Zahl seit Ausbreitung Virus in die Vereinigten Staaten. Die Gesamtzahl der Infektionsfälle liegt nach Angaben der Universität inzwischen bei 2,682 Millionen.

Die Zahl der Todesopfer stieg zuletzt binnen 24 Stunden um weitere 706 und lag damit bei insgesamt 128.028.

Lockerungen teilweise wieder aufgehoben

Die Rate der Infektionen hatte in den USA in den vergangenen Wochen wieder deutlich zugenommen. Besonders betroffen sind die Bundesstaaten Kalifornien, Texas und Florida. Kritiker bezeichneten deswegen die Lockerungen der Restriktionen des öffentlichen Lebens als voreilig. Diese Lockerungen wurden inzwischen in mehreren Regionen des Landes teilweise wieder rückgängig gemacht.

Ein Schild weist in Los Angeles darauf hin, dass alle Sträne vorerst geschlossen sind. | Bildquelle: AP
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Am kommenden Feiertagswochenende bleiben in Südkalifornien im Bezirk Los Angeles die Strände geschlossen.

Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom teilte mit, dass Restaurants in 19 stark betroffenen Bezirken - darunter Los Angeles County - ihre Innenbereiche für Gäste wieder schließen müssten. Das gelte auch für den Betrieb von Kinos, Weingütern, Museen und Zoos. Die Einschränkungen sollten mindestens drei Wochen lang gelten. Für Teile Michigans ordnete Gouverneurin Gretchen Whitmer an, dass Bars ihre Innenbereiche wieder schließen müssen, und verwies darauf, dass das Infektionsgeschehen auch mit den Lokalen zusammenhänge. Im Bundesstaat Pennsylvania wurde eine Maskenpflicht angeordnet.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, sagte, das Land befinde sich mittlerweile in einer anderen Situation als zu Beginn der Pandemie. Sie verwies - wie auch Trump so oft - darauf, dass mittlerweile deutlich mehr getestet werde.

Trump: "Virus wird einfach verschwinden"

US-Präsident Donald Trump glaubt indes weiter an das Verschwinden des Virus. Die Wirtschaft werde sich bald wieder erholen und "das Virus wird irgendwann gewissermaßen einfach verschwinden", sagte er dem Fernsehsender Fox Business.

Streit um Unabhängigkeitsfeier

Entsprechend will der Präsident bei den Feierlichkeiten zum 4. Juli keine Abstriche machen. Wie er auf Twitter bekannt gab, plant er für den Unabhängigkeitstag "das größte Feuerwerk in der jüngsten Erinnerung" mit 10.000 Raketen. Die Bürgermeisterin von Washington, Muriel Bowser, warnte die Bundesregierung vor den offensichtlichen Gefahren einer großen Menschenansammlung. 300.000 Masken werden für die Veranstaltung an der National Mall in Washington ausgegeben - trotz Sorge um die Gesundheit der Bürger inmitten der Coronavirus-Pandemie wird das Tragen jedoch nicht vorgeschrieben. Bowser hat kein Recht, die Veranstaltung zu verbieten, weil diese auf Land des Bundes stattfindet.

Washington befindet sich derzeit in der zweiten Phase der Wiederöffnung. Bowser bat Anwohner, große Menschenmengen zu meiden und die Feier zum Unabhängigkeitstag zuhause oder in der Nähe zu begehen. Andere Städte wie etwa Los Angeles haben die Feuerwerke abgesagt und die Strände am Wochenende gesperrt.

Nichts zu feiern: Vor dem Unabhängigkeitstag stehen die USA schlechter denn je da
Katrin Brand, ARD Washington
02.07.2020 09:16 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. Juli 2020 um 09:00 Uhr.

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