Zwei Rettungskräfte in Schutzkleidung warten vor einem Wohnblock in Wuhan. | Bildquelle: AP

Ausbreitung des Coronavirus Von Wuhan in die Welt

Stand: 28.01.2020 06:45 Uhr

Alles begann in einem Marktgebäude im chinesischen Wuhan - innerhalb weniger Wochen wurde das neuartige Coronavirus auf vier Kontinenten nachgewiesen. Auch Deutschland ist betroffen. Eine Chronologie.

Im Dezember 2019 registrieren die chinesischen Behörden erste Infektionen mit einer unbekannten Lungenerkrankung. Als Ursprungsort wird ein großer Markt in der Millionenstadt Wuhan ausgemacht, wo neben Fleisch aus herkömmlicher Landwirtschaft, lebenden Tieren und Fischen auch Wildtiere verkauft werden.

31. Dezember: Nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Wuhan sind 27 Erkrankte identifiziert worden.

6. Januar 2020: Die Zahl der Erkrankungen ist laut der Behörde auf 59 gestiegen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschäftigt sich erstmals damit. "Es gibt begrenzte Informationen, um das Gesamtrisiko dieser Häufung von Lungenerkrankungen unbekannter Ursache einzuschätzen", teilt die WHO mit. Die Lungenentzündung wurde nach bisherigen Erkenntnissen durch Viren ausgelöst. An diesem Tag berichtet tagesschau.de das erste Mal über das Thema.

9. Januar: Chinesische Experten identifizieren den Erreger als das neuartige Coronavirus.

11. Januar: Die Gesundheitskommission der zentralchinesischen Metropole Wuhan meldet einen ersten Todesfall, sieben Patienten seien in kritischem Zustand. Das Gremium teilt aber auch mit, dass seit einer Woche seien keine neuen Infektionen mehr entdeckt worden sind.

Verbreitung neues Coronavirus
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Bestätigte Fälle gibt es bislang (Stand 28.1.) in China, in Frankreich und Deutschland, in Nepal, Vietnam, Thailand, Malaysia, Kambodscha, Südkorea, Japan, Australien und den USA.

Erster Fall im Ausland

14. Januar: Das Coronavirus wird laut WHO in Thailand nachgewiesen - es ist die erste Infektion außerhalb Chinas.

20. Januar: Das Virus sei von Mensch zu Mensch übertragbar, berichten chinesische Experten. Damit bekommt die Krankheit eine ganz andere Dimension.
Die Zahl der bestätigten Infektionen ist nach Angaben aus Wuhan auf 200 gestiegen, drei Menschen sind daran gestorben.

21. Januar: Bei einem US-Bürger, der von einer Reise aus Zentralchina zurückgekehrte, wird eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen, wie die US-Gesundheitsbehörde CDC bestätigt.

Wuhan wird abgeriegelt

22. Januar: Der Notfallausschuss der WHO berät über das Coronavirus. Trotz der schnellen Zunahme der Infektionen wird keine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" ausgerufen. Der Ausschuss empfiehlt, dass sich die Staaten schnell und umfassend gegenseitig informieren.

Die Zahl der Toten in China sei auf 17 gestiegen, teilen die Behörden in Wuhan mit. Um eine weitere Ausbreitung in China und der Welt zu verhindern, wird die Reisefreiheit im Großraum Wuhan stark eingeschränkt. Flughafen und Bahnhof werden abgeriegelt, der Autoverkehr wird kontrolliert. Diese Maßnahmen werden in den Folgetagen räumlich ausgedehnt und restriktiver.

Ein Arbeiter reinigt den Vorplatz des Bahnhofs Hankou in Wuhan. | Bildquelle: AP
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Fast menschenleer - ein Arbeiter reinigt den Vorplatz des gesperrten Bahnhofs Hankou in Wuhan. (Foto vom 23. Januar)

24. Januar: Erstmals wird das Virus in Europa nachgewiesen. In Frankreich haben sich zwei Menschen während einer China-Reise angesteckt. Das Gesundheitsministerium bestätigt außerdem einen dritten Patienten, bei dem es sich um einen nahen Verwandten einer der beiden Reisenden handeln soll.

Fälle gibt es auch in den USA, Japan, Südkorea, Thailand, Vietnam, Nepal, Singapur, Taiwan und Australien.

80 Menschen gestorben

25. Januar: Nach etwa 1300 bestätigten Infektionsfällen und 41 Toten ordnet die chinesische Regierung zusätzliche Maßnahmen an. Im gesamten öffentlichen Verkehr - an Bahnhöfen, Flughäfen und Busbahnhöfen - sollen Messstationen eingerichtet werden.

In fünf weiteren Städten in der Provinz Hubei wird der öffentliche Verkehr ausgesetzt und der Zugang zu den Autobahnen gesperrt. Damit haben die Behörden insgesamt 18 Städte im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus isoliert.

26. Januar: Die chinesischen Behörden sprechen inzwischen von ungefähr 2000 Infizierten und 56 Todesfällen. Außerhalb des Landes gibt es nach Angaben der europäischen Gesundheitsbehörde ECDC 38 bestätigte Fälle.

27. Januar: Die Zahl der Toten steigt sprunghaft um 24 auf 80. Innerhalb eines Tages klettert die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuen Coronavirus um mehr als 700 auf 2744.

Am späten Abend bestätigt das bayerische Gesundheitsministerium den ersten Fall in Deutschland. Ein Mann aus dem Landkreis Starnberg habe sich infiziert. "Er wird medizinisch überwacht und ist isoliert", teilt die Behörde mit.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Januar 2020 um 08:26 Uhr.

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