Menschen vor einem Krankenhaus in Wuhan. | Bildquelle: AFP

Coronavirus in China Auswärtiges Amt erwägt Rückholaktion

Stand: 27.01.2020 13:20 Uhr

Mehrere Staaten haben Rückholaktionen für Landsleute in der chinesischen Metropole Wuhan gestartet - um sie vor einer möglichen Infektion mit dem neuen Coronavirus zu schützen. Das erwägt jetzt auch die Bundesregierung.

Die Bundesregierung erwägt wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus, ausreisewillige Deutsche aus China auszufliegen. Eine mögliche Evakuierung werde in Betracht gezogen, sagte Außenminister Heiko Maas in Berlin.

Bundesaußenminister Maas (SPD). | Bildquelle: CLEMENS BILAN/EPA-EFE/REX
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Bundesaußenminister Maas bestätigte, dass das Auswärtige Amt eine Rückholaktion für Deutsche in Wuhan erwäge.

In der besonders schwer betroffenen Metropole Wuhan in Zentralchina, dem Ausgangsort der Epidemie, lebten etwa 90 Deutsche, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes. Das seien deutsche "Staatsbürger, die dort leben, arbeiten, studieren, verheiratet sind".

Konsularteam auf dem Weg nach Wuhan

Das Auswärtige Amt stehe mit den Deutschen dort seit Tagen regelmäßig in Kontakt. "Wir haben keine Hinweise im Moment darauf, dass Deutsche betroffen sind von der Krankheit", so die Sprecherin.

Seit dem Vormittag tage im Auswärtigen Amt ein Krisenstab, der sich mit der Reaktion auf die Krankheit befasse. Alle Optionen würden intensiv geprüft. "Wir haben ein Konsularteam der Botschaft, was auf dem Weg nach Wuhan ist, um sich ein Bild selbst zu machen."

USA, Frankreich und Russland planen Evakuierungen

Andere Länder wie Frankreich und die USA haben solche Rückholaktionen bereits in die Wege geleitet. Die USA planen einen Flug aus Wuhan, um Behördenpersonal und weitere US-Bürger nach San Francisco zu bringen, teilte das US-Außenministerium mit.

Für Privatpersonen gebe es allerdings nur begrenzte Kapazitäten. Vorrang hätten Menschen, die durch den Krankheitserreger stärker gefährdet seien. Nach Informationen des "Wall Street Journal" sollen sich in Wuhan etwa 1000 US-Amerikaner aufhalten.

Peugeot holt Mitarbeiter zurück

Auch Frankreich plant per Bus eine Evakuierungsaktion seiner Bürger aus der Hubei-Provinz. Das Generalkonsulat werde in Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden eine Busverbindung nach Changsha anbieten, zitiert die chinesische Zeitung "South China Morning Post" aus einer Mail des französischen Konsulats.

Die Busse stünden Franzosen und ihren Ehepartnern und Kindern zur Verfügung. Zudem kündigte der Autobauer Peugeot an, Mitarbeiter und ihre Familien von Wuhan nach Frankreich auszufliegen. Betroffen seien 38 Personen.

56 Millionen Menschen unter Quarantäne

Auch Russland spricht einem Agenturbericht zufolge derzeit mit den chinesischen Behörden über eine mögliche Evakuierung russischer Staatsbürger aus Wuhan und der Provinz Hubei.

China hat drastische Maßnahmen im Kampf gegen das Virus ergriffen: Mehr als ein Dutzend Städte wurden von der Außenwelt abgeriegelt, de facto stehen damit 56 Millionen Menschen unter Quarantäne.

Coronavirus: Bundesregierung prüft Evakuierung von Deutschen
Andreas Reuter, ARD Berlin
27.01.2020 13:44 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. Januar 2020 um 14:00 Uhr.

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