Eine Frau mit Mund-Nasen-Schutz geht an einem Corona-Warnschild in Manchester vorbei. | Bildquelle: REUTERS

Corona-Lage verschlechtert sich Großbritannien führt Schnelltests ein

Stand: 03.08.2020 13:14 Uhr

Mit rund 46.000 Toten ist das Vereinigte Königreich in Europa am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffen. Während sich die Lage in mehreren Regionen weiter verschlechtert, kündigt die Regierung neue Gegenmaßnahmen an.

Zur Eindämmung des Coronavirus will Großbritannien zwei neue Arten von Schnelltests einführen. "Millionen neuer Coronavirus-Schnelltests werden vor Ort in weniger als 90 Minuten Ergebnisse liefern und uns helfen, Übertragungsketten schnell zu unterbrechen", sagte Gesundheitsminister Matt Hancock. Ab der kommenden Woche würden Krankenhäusern, Pflegeheimen und Laboren rund 5,8 Millionen DNA- und 450.000 Abstrichtests zur Verfügung gestellt.

Beide Tests könnten Covid-19 und andere vor allem im Winter wütende Viren nachweisen, so Hancock. Dadurch werde die Testkapazität stark erhöht. Für die Durchführung der Tests sei kein geschultes medizinisches Fachpersonal erforderlich, was bedeute, dass sie auch in nicht-klinischen Umgebungen durchgeführt werden könnten. "Die Tatsache, dass mit diesen Tests sowohl Grippe als auch Covid-19 nachgewiesen werden kann, wird uns auf dem Weg in den Winter enorm helfen, so dass die Patienten den richtigen Rat befolgen können, um sich und andere zu schützen", sagte der Minister.

Britische Experten blicken jedoch skeptisch auf die Tests. Sollten diese funktionieren, wäre das zwar ein Fortschritt, so der Tenor. Aber sie kritisieren, dass die Regierung immer wieder Tests gekauft habe, die nicht funktionierten. Zudem gebe es keine unabhängigen Studien zu den neuen Tests und keine Daten, wie zuverlässig die Ergebnisse sind. Bisher habe die Lieferung von Tests oft nicht geklappt.

Situation im Großraum Manchester verschlechtert sich

Das Vereinigte Königreich ist in Europa am schlimmsten von der Pandemie betroffen. Mehr als 306.000 Fälle sind laut der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore bislang registriert worden, mehr als 46.200 Infizierte sind gestorben.

Am Wochenende hatte sich die Coronavirus-Lage vor allem im Großraum Manchester weiter verschlechtert. Die Behörden riefen am Sonntagabend einen "schwerwiegenden Vorfall" aus, da die Zahl der Infizierten in mehreren Gegenden gestiegen war. Es gebe aber keinerlei Anlass für Panik, erklärten Behördenvertreter. Auffällig seien die Anstiege in Manchester, Tameside und Oldham, berichteten die "Manchester Evening News". Gesundheitsminister Hancock führte die verstärkte Ausbreitung des Virus auf das Nichteinhalten der Abstandsregeln zurück.

Regierung verschärft Corona-Maßnahmen

Premierminister Boris Johnson hatte schon zuvor in ganz England weitere Lockerungsmaßnahmen für mindestens 14 Tage gestoppt. Im Norden - auch in Manchester und Umgebung - wurden die Maßnahmen sogar verschärft: Dort dürfen sich Mitglieder verschiedener Haushalte nicht mehr in Innenräumen und Privatgärten treffen. Auch der gemeinsame Besuch von Pubs und Restaurants ist tabu.

Mit Informationen von Christoph Heinzle, ARD-Studio London

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. August 2020 um 08:00 Uhr.

Darstellung: