"Roald Amundsen" | Bildquelle: AP

Nach Corona-Ausbruch Hurtigruten stoppt Kreuzfahrten

Stand: 03.08.2020 15:35 Uhr

Die norwegische Reederei Hurtigruten stellt nach einem Corona-Ausbruch auf einem ihrer Schiffe bis auf Weiteres alle Expeditionskreuzfahrten ein. Auch Aida Cruises sagte für August geplante Kreuzfahrten ab.

Nach einem Corona-Ausbruch auf einem Hurtigruten-Schiff hat die norwegische Reederei alle Expeditions-Seereisen vorerst wieder eingestellt. Neben dem betroffenen Schiff "Roald Amundsen" bleiben auch die "Fridtjof Nansen" und die "Spitzbergen" nach dem Ende ihrer derzeitigen Fahrten im Hafen, wie das Unternehmen mitteilte. Die Postschiff-Route entlang der norwegischen Küste wird demnach aber fortgesetzt.

Behörden fordern Quarantäne für alle Passagiere

Nach zwei aufeinanderfolgenden Fahrten der "Roald Amundsen" zwischen Spitzbergen und dem norwegischen Festland waren zuvor mindestens 36 Besatzungsmitglieder und vier Passagiere positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Die Behörden warfen der Reederei vor, die 386 Passagiere nicht sofort nach dem ersten Covid-19-Ausbruch informiert zu haben. Zudem habe sie ihre Schiffsreisen zu früh wieder aufgenommen. Die Passagiere hatten das Schiff im Hafen von Tromsø bereits verlassen, als sich bei den ersten Besatzungsmitgliedern eine Infektion bestätigte. Die Gesundheitsbehörden fordern nun, alle Passagiere in Quarantäne zu nehmen und zu isolieren. Bei der Mehrheit von ihnen handelt es sich um Norweger - auf den Listen stehen aber auch Deutsche, Dänen, Briten, Franzosen, Esten, Letten sowie US-Bürger.

Hurtigruten-Generaldirekor Daniel Skjeldam entschuldigte sich nun für die schwere Panne. "Für alle Betroffenen ist diese Situation ernst", erklärte er und fügte hinzu, "wir haben Fehler gemacht". Die Reederei bedauere den Vorfall zutiefst und übernehme die "volle Verantwortung". Die Polizei erwägt nach eigenen Angaben die Aufnahme von Ermittlungen.

"Spitzbergen" | Bildquelle: imago/imagebroker
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Die "Spitzbergen" muss nach dem Ende ihrer derzeitigen Fahrt vorübergehend im Hafen bleiben. Genau wie die "Roald Amundsen" und die "Fridtjof Nansen".

Auch Aida sagt Kurz-Kreuzfahrten ab

Einen Rückschlag hatte es zuvor auch für die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises gegeben. Sie gab am Sonntag bekannt, ihren Neustart nach der Corona-Zwangspause kurzfristig zu verschieben. Die geplanten Mini-Kreuzfahrten auf der Ostsee für die erste Augusthälfte wurden abgesagt. Entgegen den Erwartungen stehe eine letzte formale Freigabe für den Start der Kurzreisen ab 5. August durch den Flaggenstaat Italien noch aus, hieß es.

Kreuzfahrtschiffe gehörten in den ersten Wochen der Corona-Pandemie zu den größten Infektionsherden. Zahlreiche Reedereien, darunter auch die Hurtigruten, hatten im März ihre Fahrten vorübergehend eingestellt. Als einer der ersten Anbieter nahm die norwegische Reederei danach ihre Reisen wieder auf.

Über dieses Thema berichtete am 03. August 2020 NDR 90,3 um 12:59 Uhr und tagesschau24 um 15:00 Uhr.

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