Ein Paar läuft unter einem roten Regenschirm an einem Regentag über die Promenade in Palma de Mallorca. | Bildquelle: dpa

Corona-Pandemie in Spanien Mallorca verschärft Auflagen

Stand: 27.12.2020 17:41 Uhr

Die Maßnahmen zeigen auf Mallorca nicht die gewünschte Wirkung. Die Corona-Neuinfektionen steigen weiter stark an. Darum werden die Beschränkungen am Dienstag nochmals verschärft.

Auf der spanischen Urlaubsinsel Mallorca nehmen die Zahlen der Corona-Infektionen immer weiter zu. Die 14-Tage-Inzidenz liegt nach Angaben der EU-Behörde ECDC mittlerweile bei 607 - die höchste Ansteckungsrate in ganz Spanien. Landesweit verzeichnet Spanien eine Inzidenz von 249. Zum Vergleich: In Deutschland liegt der sogenannte 14-Tages-Wert bei fast 400.

Noch vor einer Woche hatte der Inzidenzwert auf Mallorca unter 400 gelegen. Der Wert beziffert, wie viele Menschen sich innerhalb von 14 Tagen mit dem Virus infizieren.

Ladenschluss wird vorgezogen

Angesichts dieses Anstiegs legt Mallorca bei den Beschränkungen gegen die Ausbreitung der Pandemie noch einmal nach. Bisher dürfen auf der Insel Geschäfte bis 22 Uhr öffnen, Restaurants und Kneipen können ebenso lange Gäste bewirten. Ab Dienstag gilt ein früherer Ladenschluss: Läden müssen schon um 20 Uhr schließen. Ausgenommen sind Lebensmittelgeschäfte und Läden, die den Grundbedarf der Menschen abdecken, beispielsweise Tankstellen. Einkaufszentren sowie Geschäfte mit einer Einkaufsfläche von mehr als 700 Quadratmeter müssen an den Wochenenden und an Feiertagen schließen.

Für die Gastronomie werden die Auflagen noch deutlicher verschärft: Sie müssen schon um 18 Uhr schließen, sobald die neuen Regelungen in Kraft treten. Sie wurden zunächst bis zum 11. Januar verhängt.

Auch die Ausgangssperre für die Bevölkerung bleibt bestehen. Ab 22 Uhr sollen sich die Menschen zu Hause aufhalten - das soll auch in der Silvesternacht gelten.

"Extrem hohes" Ansteckungsrisiko

Das Risiko, sich mit dem Virus zu infizieren sei auf Mallorca derzeit "extrem hoch", warnte die balearische Ministerpräsidentin Francina Armengol. Die Zahl der Intensivpatienten habe sich binnen einer Woche fast verdoppelt. Daher müssten "Nachlässigkeit und Menschenansammlungen" so weit es geht verhindert werden.

Auf den beiden Nachbarinseln Ibiza und Menorca sollen die Einschränkungen nicht zusätzlich verschärft werden. Nur auf Formentera, der kleinsten der vier großen Baleareninseln, wo die Infektionszahlen ebenfalls steigen, gibt es ab Dienstag auch etwas strengere Restriktionen.

Anmerkung: In einer früheren Version der Meldung wurde eine Sieben-Tages-Inzidenz von 607 genannt, gemeint war aber eine 14-Tages-Inzidenz.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 27. Dezember 2020 um 18:00 Uhr in den Nachrichten.

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