Ein Blick auf die Hänge am Stubaier Gletscher in Tirol. | Bildquelle: dpa

Coronavirus in Österreich Sorgenvoller Blick auf die Skisaison

Stand: 26.11.2020 13:11 Uhr

Die Überlegungen mehrerer europäischer Alpenländer, die Skisaison auf den 10. Januar zu verschieben, sorgen für Widerstand in Österreich. In dem Land gilt angesichts einer hohen Zahl von Neuinfektionen ein harter Lockdown.

Von Srdjan Govedarica, ARD-Studio Wien

Eine internationale Abstimmung über das Skifahren in Winter hält Bundeskanzler Sebastian Kurz für übertrieben. Nach der gestrigen Regierungssitzung sagte Kurz bei einer Pressekonfenrenz: "Wir sind alle keine Hellseher und wir wissen alle nicht, wie das Infektionsgeschehen am 10. Jänner in den unterschiedlichen Ländern Europas aussehen wird."

Die österreichische Bundesregierung werde am kommenden Mittwoch darüber beraten, wie die Lockerungen des so genannten harten Lockdowns aussehen könnten, der zurzeit in Österreich gilt - mit Ausgangsbeschränkungen rund um die Uhr, Sperren bei Handel und Gastronomie und Schulen nur im Notbetrieb. "Ski-Fahren ist ein Thema. Ich respektiere gerade, dass es das große Thema in den Medien ist. Ich kann Ihnen nur sagen, es stellen sich ganz ganz viele Fragen: Die Gastronomie, der Tourismus, der Handel, Schule, Sportarten generell, die Kultur. Es gibt viele Bereiche, die in einem Lockdown geschlossen sind und wo alle zurecht fragen - wann wird welchen Bereich wieder geöffnet?", so Kurz.

Salzburg rechnet mit Skisaison ab Ende Dezember

Was das Skifahren betrifft, seien bereits Ende September umfassende Sicherheitskonzepte vorgelegt worden: etwa mit Personenlimits in den Gondeln, vielen Tests beim Personal und stark eingeschränktem Après-Ski. Darauf verwies Tourismusministerin Elisabeth Köstinger:

"Das Virus holt man sich nicht auf der Ski-Piste, sondern beim Feiern danach. Genau das wollen wir ausschließen."

Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer sagte im ORF-Radio, dass er mit einem Start der Skisaison rund um den 19. und 20. Dezember rechne. Letztlich entscheide zwar die Regierung, man sei aber gut aufgestellt. Ist in Salzburg ein sicherer Skiurlaub möglich? "Ja", so der Landeshauptmann. "Das können wir garantieren, es wurde ja auch über den Sommer zusammen mit der Bundesregierung ein entsprechendes Konzept aufgestellt, die Betriebe sind bestens gerüstet. Wir haben das auch im Sommer gesehen, wir hatte da fast keine Infektionen bei den Touristen bei doch Millionen von Menschen, die hier in Salzburg genächtigt haben", sagte Haslauer.

Keine Trendwende bei Neuinfektionen erkennbar

In Österreich hatte es in den vergangenen Wochen einen sprunghaften Anstieg an Neuinfektionen gegeben. Zeitweise waren es - bezogen auf die Bevölkerung - nirgendwo auf der Welt mehr Neuinfektionen pro Tag. Auch in den Krankenhäusern ist die Lage angespannt; mit Höchstwerten bei Hospitalisierungen, Intensiv- und Todesfällen.

Die Zahl der Neuinfektionen ging zwar in den vergangenen Tagen leicht zurück - von einer Trendwende könne man aber nicht sprechen, so Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Angesichts dieser Situation rät Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres zur Vorsicht:

"Aus medizinischer Sicht würde ich eher abwarten mit der Skisaison. Ich hoffe, dass bald ein Impfstoff verfügbar ist, und dann könnte man vielleicht nächstes Jahr die Skisaison unbeschwert eröffnen."

Österreich: Diskussion über Dezember ohne Skifahren
Srdjan Govedarica, ARD Wien
26.11.2020 12:16 Uhr

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Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 26. November 2020 um 14:20 Uhr.

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