US-Präsident Trump und sein Vize, Pence (v.r.) | Bildquelle: AP

Corona-Fälle in den USA Acht Milliarden Dollar gegen das Virus

Stand: 05.03.2020 05:51 Uhr

Das US-Repräsentantenhaus hat der Regierung acht Milliarden Dollar zur Eindämmung des Coronavirus bewilligt. Zwar gibt es offiziell erst 150 Fälle in den USA, doch Experten werfen Trump vor, die Krise herunterzuspielen.

Von Julia Kastein, ARD-Studio Washington 

Tägliche Pressekonferenz der Coronavirus-Taskforce im Weißen Haus: Vizepräsident Mike Pence ist Trumps Mann gegen das Virus. Und wiederholt auch jetzt wieder gebetsmühlenartig die seit Tagen gleiche Botschaft. Das Infektionsrisiko sei gering. Flankiert vom Chefs des Zentrums für Seuchenkontrolle, des Gesundheitsministers und anderen Experten versichert Pence, dass seinem Chef nichts mehr am Herzen liegt als die Gesundheit der Amerikaner. 

US-Kongress will Milliardenpaket für Kampf gegen Coronavirus bereitstellen
tagesschau 06:00 Uhr, 05.03.2020

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Doch daran gibt es Zweifel: Die Trump-Regierung habe lange versucht, die Krise herunterzuspielen, sagt beispielsweise der Katastrophenschutz-Experte Irwin Redlener von der New Yorker Columbia University beim Radiosender NPR: "Unsere Gesundheitsexperten und Behördenvertreter haben einen Maulkorb verpasst bekommen. Sie müssen sich alle Äußerungen vom Weißen Haus absegnen lassen. Und das ist nicht nur ungewöhnlich, sondern auch gefährlich, wenn nicht mehr die Experten entscheiden, was passieren soll."

Trump lenkt lieber ab

Bei einer Wahlkampfveranstaltung hatte der US-Präsident das Coronavirus als weiteren Hoax, also Schwindel der Demokraten, bezeichnet, um ihn aus dem Amt zu bekommen.

Und am Mittwoch machte der US-Präsident dann, wie so oft, seinen Amtsvorgänger Obama für eines der Hauptprobleme bei der Virusbekämpfung verantwortlich: mangelnde Test-Kits.

"Kümmern Sie sich endlich!"

Belege für die Behauptung blieb der Präsident schuldig - und entsprechend groß die Empörung beim demokratischen Abgeordneten Lou Correa aus Kalifornien im Interview bei CNN: "Dieses Problem begann in China schon Anfang Dezember. Jetzt ist es März. Und jetzt fangen wir erst an, die Sache Ernst zu nehmen. Hören Sie auf, Obama dafür verantwortlich zu machen, oder die Demokraten, und kümmern Sie sich endlich."

Bislang gibt es in den USA rund 150 bestätigte Fälle, vor allem an der Westküste. Elf Menschen sind an der Krankheit Covid-19 gestorben, die meisten ältere Bewohner eines Pflegeheims bei Seattle. Doch es könnte wesentlich mehr Infizierte geben: Denn bislang wurden in den USA erst gut 3500 Menschen getestet, auch weil zunächst nur das Zentrum für Seuchenkontrolle in Atlanta die Untersuchungen durchführte - und dafür noch dazu zunächst ein unzuverlässiges Testverfahren benutzte.

Kalifornien ruft Notstand aus

Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus den Notstand ausgerufen. Seine Entscheidung erfolgte nur wenige Stunden nach Bekanntwerden des ersten Todesfalls in dem Westküsten-Staat.

Per Notstandserklärung können im Ernstfall rasch Gelder und andere Hilfsmittel mobilisiert werden. In Kalifornien wird bei Naturkatastrophen wie Waldbränden oder Erdbeben oft der Notstand ausgerufen, um Soforthilfe besser zu koordinieren.

In Kalifornien wurde am Mittwoch ein erster Todesfall durch die neue Lungenkrankheit gemeldet. Es handele sich um einen älteren Mann, der sich vermutlich im Februar an Bord des Kreuzfahrtschiffs "Princess" von San Francisco nach Mexiko angesteckt habe, teilte die lokale Gesundheitsbehörde mit.

Inzwischen dürfen auch deutlich mehr Labore landesweit die Tests durchführen. Und Task-Force-Chef Pence kündigte an, dass in den nächsten Tagen bis zu 1,5 Millionen Test-Kits zur Verfügung stehen werden.

Wie weit ist das Virus in den USA tatsächlich verbreitet?

Erst dann, so der Seuchenexperte William Shaffner von Vanderbilt University in Tennessee bei CNN, werde man auch wissen, wie weitverbreitet das Virus in den USA tatsächlich ist.

Geld zumindest dürfte bei der Bekämpfung des Coronavirus keine Rolle spielen: In seltener Eintracht beschlossen Republikaner und Demokraten im Kongress, dafür acht Milliarden US-Dollar bereitzustellen - fast dreimal so viel, wie das Weiße Haus selbst beantragt hatte.

8 Mrd für Kampf gegen Corona-Virus - Kritik an Trumps Krisenmanagement
Julia Kastein, ARD Washington
05.03.2020 07:06 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. März 2020 um 06:00 Uhr.

Korrespondentin

Darstellung: