Schild der Zeitung Cumhuriyet | Bildquelle: dpa

"Cumhuriyet"-Prozess in Türkei Fünf Journalisten kommen frei

Stand: 12.09.2019 21:31 Uhr

Fünf ehemalige Mitarbeiter der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet" kommen aus der Haft frei. Das entschied das oberste türkische Berufungsgericht. Sie sollen wohl bald entlassen werden.

Das oberste türkische Berufungsgericht hat im Verfahren gegen Ex-Mitarbeiter der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet" die Freilassung von fünf Betroffenen angeordnet. Das solle in Kürze geschehen, sagte der Anwalt der fünf Journalisten. Türkischen Medienangaben zufolge unterliegen die fünf Männer aber künftig einer Ausreisesperre.

Weitere "Cumhuriyet"-Mitarbeiter bleiben in Haft, zum Teil wird das Urteil gegen sie aber entschärft. So soll der Ex-Investigativjournalist und heutige Abgeordnete Ahmet Sik nicht mehr wegen Terrorunterstützung, sondern wegen Terrorpropaganda bestraft werden, berichten türkische Medien.

Insgesamt 14 Cumhuriyet-Mitarbeiter angeklagt

In dem auch international verfolgten Verfahren waren im April 2018 insgesamt 14 Ex-Mitarbeiter der "Cumhuriyet" wegen der angeblichen Unterstützung von Terrororganisationen zu teilweise mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Als Beweise dienten der türkischen Justiz vor allem Artikel aus der "Cumhuriyet". Die Verurteilten, die das Verfahren als politisch motiviert bewerten, saßen teilweise mehr als ein Jahr in Untersuchungshaft.

Regierungskritische Medien unter Druck

Medien in der Türkei stehen seit langem unter Druck. Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) schrieb, seit dem Putschversuch vom Juli 2016 habe sich die "Hexenjagd" der Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan gegen kritische Journalisten noch zugespitzt. Auf der aktuellen Rangliste der Pressefreiheit steht die Türkei unverändert auf Platz 157.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. September 2019 um 22:00 Uhr.

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