Luftangriffe in Syrien USA bestätigen Tod von IS-Kämpfer Cuspert

Stand: 30.10.2015 14:35 Uhr

Schon seit Tagen wurde über den Tod des ehemaligen Rappers Cuspert in Syrien spekuliert. Nun erklärte das Pentagon, der Kämpfer des "Islamischen Staats" sei bei einem US-Luftangriff getötet worden. Deutsche Sicherheitskreise bleiben aber skeptisch.

Der deutsche Dschihadist und frühere Rapper Denis Cuspert ist nach US-Militärangaben bei einem US-Luftangriff auf Stellungen der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien getötet worden. "Ich kann bestätigen, dass Cuspert bei einem Angriff nahe Rakka am 16. Oktober getötet worden ist", sagte Pentagon-Sprecherin Elissa Smith.

Der deutsche Dschihadist Denis Cuspert
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Der deutsche Dschihadist Denis Cuspert

Das auf Terrorismusbeobachtung spezialisierte US-Webportal "Site" hatte bereits am Dienstag berichtet, das Fahrzeug von Cuspert sei in der Region von Tabkah unweit von Rakka getroffen worden, der inoffiziellen IS-Hauptstadt. In sozialen Medien zirkulierten Bilder, die angeblich den Leichnam Cusperts nach einer Bombardierung vom 16. Oktober zeigen.

Zweifel an Tod Cusperts

Nach Informationen des ARD-Terrorismusexperten Michael Götschenberg sind noch Zweifel angebracht. In deutschen Sicherheitskreisen sei man nach wie vor vorsichtig, weil man keine eigenen Erkenntnisse über den Tod hat.

Es ist in der Tat nicht das erste Mal, dass der mutmaßliche Tod Cusperts vermeldet wurde. Der gebürtige Berliner hatte sich vor drei Jahren nach Ägypten abgesetzt und anschließend dem IS angeschlossen, er tauchte in mehreren Propagandavideos der Islamistenorganisation auf. Dschihadisten hatten schon im April 2014 seinen Tod verkündet, doch war er später wieder aufgetaucht.

Dementi von IS-Kämpfern

Auch der Blog "Erasmus-Monitor", der die Dschihadisten-Szene intensiv beobachtet, bezweifelt den Tod von Cuspert trotz der Bestätigung durch das Pentagon. IS-Kämpfer hätten vielmehr bestritten, dass Cuspert tot sei, schreibt das Blog. Cuspert sei bei dem Angriff schwer verletzt worden und liege im Koma.

Cuspert war in Berlin als Gangsta-Rapper mit dem Künstlernamen "Deso Dogg" bekannt geworden. Als er sich dem IS anschloss, nannte er sich Abu Talha al-Almani. Er soll Deutsche für den IS rekrutiert haben, die Generalbundesanwaltschaft ermittelte wegen Kriegsverbrechen gegen Cuspert. Die USA setzten ihn im Februar auf die Terrorliste.

Mit Informationen von Michael Götschenberg

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