Ein Lkw lädt tote Nerze ab. | Bildquelle: AFP

Coronavirus in Dänemark Werden Nerze wieder ausgegraben?

Stand: 28.11.2020 12:41 Uhr

Aus Angst vor einem mutierten Coronavirus ließ Dänemark Millionen Nerze keulen. Nun drohen die Kadaver das Trinkwasser zu verunreinigen. Die Regierung erwägt nun, die Kadaver wieder auszugraben.

Die dänische Regierung denkt darüber nach, die Millionen gekeulter Nerze aus Sorge vor Fäulnisgasen und Verunreinigungen wieder auszugraben. Dafür sprach sich der dänische Landwirtschaftsminister Rasmus Prehn im Sender TV2 aus.

Die Regierung befürchtet, dass durch den Zersetzungsprozess der Tierkadaver große Menge an Phosphor und Stickstoff im Boden freigesetzt werden und somit das Trinkwasser oder Badegewässer verunreinigt werden könnten.

Der Minister merkte an, dass eine solche Exhuminierung allerdings der Zustimmung der dänischen Umweltbehörde bedürfe. Im Parlament wurde die Idee jedoch bereits debattiert, dort wird sie mehrheitlich unterstützt. Gemeinsam mit den weiteren Parlamentsparteien und den zuständigen Behörden wolle man analysieren, ob es das richtige Vorgehen sei, die Nerze auszugraben und im Anschluss zu verbrennen.

Gefahr durch mutiertes Coronavirus

Die dänische Regierung hatte Anfang November die Keulung der bis zu 17 Millionen Nerze im Land angeordnet, nachdem auf einigen Zuchtfarmen im Norden Jütlands eine mutierte und auf den Menschen übertragbare Form des Coronavirus Sars-CoV-2 entdeckt worden war. Demnach bestand die Gefahr, dass die Mutation künftige Impfungen unwirksam machen könnte. Laut den jüngsten Zahlen wurden in Dänemark bereits rund zehn Millionen Nerze getötet und vergraben.

Vor einigen Tagen wurden in einem provisorischen Massengrab, das auf einem Militärgelände angelegt wurde, die Kadaver der Pelztiere aufgrund von Fäulnisgasen an die Erdoberfläche getrieben.

Landwirtschaftsminister war zurückgetreten

Die Massenkeulung der Pelztiere hat in Dänemark zu einer größeren Debatte geführt. Im Zuge dessen trat der damalige Landwirtschaftsminister Mogens Jensen zurück, da er zuvor eingestanden hatte, dass für die Keulung aller Nerze im Land die rechtliche Grundlage gefehlt hatte.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 28. November 2020 um 17:15 Uhr.

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