Lars Løkke Rasmussen, damaliger Chef der Venstre-Partei und dänischer Ministerpräsident, auf dem EU-Gipfel im März 2019 in Brüssel. | Bildquelle: dpa

Dänische Venstre-Partei Rasmussen gibt Parteiamt ab

Stand: 31.08.2019 16:33 Uhr

Zehn Jahre lang führte Rasmussen die Venstre-Partei, zwei Mal war er Ministerpräsident Dänemarks. Nach der Wahlniederlage im Juni und aufgrund wachsender Kritik zieht er sich nun von der Spitze der Partei zurück.

Der Vorsitzende der dänischen Oppositionspartei Venstre, Lars Løkke Rasmussen, hat über Twitter seinen Rücktritt als Parteichef bekannt gegeben. Der heute 55-Jährige hatte die Partei rund zehn Jahre angeführt, war aber vor allem nach der Wahl im Juni und dem Sieg der Sozialdemokraten immer stärker unter Druck geraten.

"Ich kann keine Partei führen, in der ich als Vorsitzender nicht die Möglichkeit habe, meine politische Linie auf dem Parteitag zu diskutieren und zu testen. Danke für viele gute Jahre", schrieb Rasmussen auf Twitter.

Auch Vize Jensen geht

Auch die Nummer zwei an der Spitze der Venstre-Partei, Kristian Jensen, kündigte seinen Rücktritt an, ebenfalls per Tweet. Er habe mehrfach betont, sollte Rasmussen diesen Schritt gehen, werde er folgen. "Ich stehe zu meinen Wort", schrieb Jensen.

Am 21. September soll der nächste Parteitag der Venstre-Partei stattfinden. Dann könnte auch eine neue Führung gewählt werden.

Von Sozialdemokraten überholt

Rasmussen war 2009 hat die Spitze der Partei gerückt und hatte gleichzeitig das Amt des Ministerpräsidenten übernommen, da sein Vorgänger auf beiden Posten, Anders Fogh Rasmussen, zum NATO-Generalsekretär gewählt worden war. Rasmussen blieb zunächst bis 2011 Regierungschef. Bei der Wahl 2015 wurde Venstre zwar nur drittstärkste Kraft, wurde aber im sogenannten Blauen Block - einer Koalition mit der Dänischen Volkspartei, Konservativen und Liberaler Allianz - trotzdem Regierungspartei. Rasmussen übernahm erneut das Amt des Ministerpräsidenten.

Im Juni dieses Jahres kam bei der Wahl aber die Überraschung: Die Sozialdemokraten wurden stärkste Kraft. Die Venstre-Partei verzeichnete zwar Zugewinne an Wählerstimmen, doch Rasmussens Regierungsbündnis verlor insgesamt die Mehrheit. Sein "Blauer Block" wurde vom "Roten Block" abgelöst: Einer Minderheitsregierung unter der neuen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen, die ein Bündnis aus ihren Sozialdemokraten, der Sozialistischen Volkspartei (SF), der Einheitsliste und der sozialliberalen Radikale Venstre (RV) schmiedete.

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