Blick auf die Schlammlawine in Brasilien | Bildquelle: AFP

Nach Katastrophe in Brasilien Vale-Chef tritt nach Dammbruch zurück

Stand: 03.03.2019 05:11 Uhr

Nach dem Dammbruch an einer Eisenerzmine in Brasilien sind der Chef des Bergbaukonzerns Vale und weitere Führungskräfte zurückgetreten. Zuletzt gab es zahlreiche Hinweise, dass der Konzern von einem erhöhten Bruchrisiko wusste.

Rund fünf Wochen nach dem verheerenden Dammbruch bei einem Bergwerk des Eisenerz-Produzenten Vale in Brasilien sind der Konzernchef und weitere Führungskräfte zurückgetreten. Das Unternehmen sprach von einem Abschied bis auf weiteres.

Der Verwaltungsrat habe das Rücktrittsgesuch des Vorstandvorsitzenden Fabio Schvartsman sofort akzeptiert. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft dem Unternehmen empfohlen, ihn und andere hochrangige Mitarbeiter zu entlassen.

Schvartsman verteidigte zugleich sein Vorgehen. Er sei fest davon überzeugt, dass sein Handeln absolut angemessen und korrekt gewesen sei. Er habe die Sicherheitsnormen im Unternehmen beachtet.

Wusste Konzern von erhöhtem Bruchrisiko?

Zuletzt mehrten sich die Hinweise, dass der brasilianische Konzern von einem erhöhten Bruchrisiko wusste. Zudem sollen sich Inspektoren unter Druck gesetzt gefühlt haben, das Bauwerk als sicher einzustufen. Der deutsche TÜV Süd hatte den Damm im August 2018 geprüft und Maßnahmen zur Stabilisierung angeregt. Erst vor vier Jahren hatte der Bruch eines von Vale betriebenen Damms eine große Umweltkatastrophe in Brasilien verursacht.

Bei dem Dammbruch an einem Rückhaltebecken im Bundesstaat Minas Gerais wurden im Januar vermutlich mehr als 300 Menschen getötet und große Mengen an giftigem Schlamm freigesetzt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. März 2019 um 05:00 Uhr.

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