TV-Debatte der US-Demokraten. | Bildquelle: REUTERS

TV-Debatte der US-Demokraten Kontrovers, aggressiv, kämpferisch

Stand: 28.06.2019 06:46 Uhr

Anders als bei der ersten TV-Debatte der Demokraten war die Stimmung bei der zweiten Runde deutlich aggressiver. Es ging darum, sich in dem großen Feld gegen große Namen wie Biden und Sanders zu profilieren.

Von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

Es war eine völlig andere Debatte an diesem zweiten Abend: kontrovers, gelegentlich aggressiv, in jedem Fall kämpferischer. Vier der fünf Kandidatinnen und Kandidaten mit den höchsten Werten in den Umfragen standen diesmal auf der Bühne. Sie waren vor allem bemüht, sich voneinander abzugrenzen.  

Hinzu kam, dass mit dem 77-jährigen Senator Bernie Sanders vom linken Flügel der Partei bis hin zu eher konservativen Senatoren das inhaltliche Spektrum der Partei deutlich wurde - auch ihre Zerrissenheit. 

"Donald Trump hat uns in eine furchtbare Situation gebracht", sagte der frühere Vizepräsident Joe Biden. "Wir haben enorme Unterschiede beim Einkommen. Und ich bin dabei, Trumps Steuerschlupflöcher für die Reichen zu stopfen."

USA-Wahlkampfauftakt - zweite TV-Debatte der demokratischen Kandidaten
tagesschau 17:00 Uhr, 28.06.2019, Jan Philipp Burgard, ARD Washington

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Angriffe auf Biden

Biden führt derzeit in den Umfragen. Für Bernie Sanders, der auf Platz zwei liegt, sind diese Pläne völlig unzureichend. Das gesamte Wirtschaftssystem sei korrupt und müsse von Grund auf verändert werden.

"Wer hat denn den Mut, die Wall Street anzugehen, die Industrie der fossilen Energie?", sagte er. "Wer greift die Finanzwelt an, die unglaublichen Einfluss auf das wirtschaftliche und politische Leben dieses Landes nimmt?"

Womit er sagen will: außer ihm keiner.

Biden ist es, der von allen Seiten angegriffen wird. Er habe damals für den Irak-Krieg gestimmt, wirft ihm Sanders vor. Ein anderer fordert, dass er den Weg für einen Generationswechsel in der Partei frei macht.

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Diese US-Demokraten wollen Präsident werden

Das Feld der Präsidentschaftsbewerber bei den US-Demokraten ist geschrumpft, aber immer noch groß.

Das Weiße Haus in Washington

1600 Pennsylvania Avenue, besser bekannt als das Weiße Haus in Washington: Hier würden zahlreiche US-Demokraten gerne ab Januar 2021 ihren Hauptwohnsitz nehmen - als 46. US-Präsident. Die Zahl der Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur wuchs zunächst immer weiter an, bis die ersten Bewerber im August aufgaben. Dennoch war das Kandidatenfeld noch die so vielfältig. Ein Favorit aber lässt sich noch nicht ausmachen. Ein Überblick. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Harris mit Tiefschlag

Ganz vorn und mit einem Tiefschlag: Senatorin Kamala Harris, die frühere Justizministerin von Kalifornien, jamaikanischer und indischer Abstammung. Sie warf Biden vor, rassistische Senatoren unterstützt zu haben. Und er habe persönlich verhindert, dass schwarze Kinder mit Bussen in bessere Schulen gebracht werden.

Harris, die als eine der Favoritinnen gilt, war auch die kämpferischste auf der Bühne. Sie gab gleich einen Vorgeschmack darauf, wie sie mit Donald Trump diskutieren würde:  "Die Tatsache, dass wir einen amerikanischen Präsidenten haben, der Science Fiction statt wissenschaftlicher Fakten nutzt, bringt unseren gemeinsamen Untergang."

Kaum Einigkeit

Wenig Einigkeit war beim Thema "Umgang mit dem Klimawandel" zu sehen. Anreize oder Verbote? Strenge Auflagen für die Industrie oder Klimaschutz als Businessmodell? Wenig Einigkeit gab es auch bei den anderen großen Themen des kommenden Wahlkampfes: Steuerpolitik und vor allem Krankenversicherungen.

Keine gemeinsame Linie gab es bei der Frage, welche Rolle der Staat einnehmen sollte. Allenfalls beim Kampf gegen Trumps Einwanderungspolitik und dem Ziel, ihn aus dem Amt zu bringen, ist man sich einig.

"Wir haben eben gefragt, was die größte Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA ist", fragte Harris. "Es ist Donald Trump."

Biden in der Defensive

Wer hat sich an diesem Abend am besten geschlagen? Wohl Harris, die sowohl ihre Positionen als auch ihre politische Kraft deutlich machen konnte. Sanders war souverän wie immer, auch wenn er sicher Wähler der Mitte verschreckt.

Biden wurde am Ende eher in die Defensive gedrängt. Ebenfalls heraus ragte der erst 37-Jährige Pete Buttugieg, Bürgermeister von South Bend in Indiana. Mit klaren Aussagen und sehr souveräner Diskussion hat er den Abend genutzt, sich im ganzen Land bekannt zu machen.

 

Zweite TV-Debatte der demokratischen Präsidentschaftsbewerber in den USA
Arthur Landwehr, ARD Washington
28.06.2019 06:23 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 28. Juni 2019 um 05:39 Uhr.

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