Demonstrationen gegen Venezuelas Machthaber Maduro in Caracas | Bildquelle: Rayner Pena/EPA-EFE/REX

Demonstrationen in Venezuela Polizei stoppt Regierungskritiker

Stand: 11.03.2019 09:11 Uhr

Venezolanische Sicherheitskräfte haben in Caracas eine Demonstration gegen die sozialistische Regierung von Präsident Maduro gestoppt. An mehreren Stellen in der Stadt blockierten Polizisten die Straßen.

Venezolanische Regierungsgegner und Polizisten sind in der Hauptstadt Caracas aneinandergeraten. Unter anderem auf dem Weg zu einer der Hauptstraßen im Zentrum der Stadt, der Avenida Victoria, wurden Demonstranten von Polizisten mit Schutzschilden gestoppt. "Wir leben in einer Diktatur - wir wollen Demokratie", sagte ein Demonstrant im Fernsehsender TVV.

"Es sterben Menschen", rief ein anderer Demonstranten den Beamten entgegen. "Wir sind hier, weil wir die Geduld verlieren. Uns verfault das Essen."

Mitglieder der Nationalgarde sowie Polizeieinheiten hatten sich in Erwartung von Protesten für den selbst ernannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó an mehreren Kreuzungen in der Stadt positioniert. Sie blockierten die Straßen und ließen die Demonstranten nicht passieren, wie im Fernsehen zu sehen war. Medienberichten zufolge setzten die Beamten teilweise auch Pfefferspray ein.

Demonstrationen gegen Venezuelas Machthaber Maduro in Caracas | Bildquelle: Rayner Pena/EPA-EFE/REX
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Demonstrationen gegen Maduro in Caracas. Mitglieder der Nationalgarde sowie Polizeieinheiten hatten sich an mehreren Kreuzungen in der Stadt platziert.

Guaidó und Maduro mobilisieren ihre Anhänger

Im seit Wochen andauernden Machtkampf mit dem venezolanischen Staatschef Nicolas Maduro hatte Guaidó zur Großdemonstration aufgerufen. "Sie glauben, sie können uns Angst machen, aber das Volk und die Straße werden ihnen eine Überraschung bereiten", schrieb der Oppositionsführer auf Twitter.

Auch Unterstützer von Maduro planten eine Demonstration. "Heute sind wir - mehr als jemals zuvor - Antiimperialisten", twitterte der Staatschef. "Wir werden niemals aufgeben."

Als Übergangspräsidenten anerkannt

Guaidó hatte sich am 23. Januar selbst zum Interimspräsidenten erklärt und Staatschef Maduro damit herausgefordert. Die Wiederwahl des Sozialisten im vergangenen Jahr soll nicht den demokratischen Spielregeln entsprochen haben.

Deutschland, die USA, zahlreiche EU-Staaten und viele lateinamerikanische Länder haben Guaidó bereits als rechtmäßigen Übergangspräsidenten anerkannt.

Demonstrationen gegen Venezuelas Machthaber Maduro in Caracas | Bildquelle: AP
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Venezuelas selbst ernannter Interimspräsident Guaidó hatte zur Demonstration aufgerufen. "Sie glauben, sie können uns Angst machen", schrieb er auf Twitter.

Nachwirkungen des Stromausfalls

Viele Venezolaner leiden unter der katastrophalen Versorgungslage in dem Land. Aus Mangel an Devisen kann das ölreichste Land der Welt kaum noch Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs für die Not leidende Bevölkerung einführen. Viele Menschen hungern, mehr als drei Millionen Venezolaner haben ihre Heimat bereits verlassen.

Zuletzt legte ein massiver Stromausfall das Land weitgehend lahm. Nachwirkungen gab es auch am Samstag noch. Die Metro in Caracas war am Morgen immer noch außer Betrieb. Vor allem Regierungsgegner aus den Armenvierteln mussten sich zu Fuß auf den langen Weg ins Zentrum der Hauptstadt machen. "Meine Tochter und mein Enkel haben Venezuela längst verlassen. Ich bin allein! Aber ich will Freiheit", sagte eine ältere Frau. "Maduro soll abhauen. Hau ab mit all deinen Dieben. Venezuela will dich nicht mehr."

In weiten Teilen des Landes war die Versorgung noch nicht wieder hergestellt. Hunderttausende Haushalte hatten weder Strom, Telefon noch Internet - und nicht einmal Wasser.

Proteste in Venezuela: Opposition ruft zu Demonstrationen auf
tagesschau 20:00 Uhr, 09.03.2019, Xenia Böttcher, ARD Mexico City

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Anschuldigungen der Regierung

Die Regierung machte einen von den USA geplanten Cyberangriff auf das wichtigste Elektrizitätswerk dafür verantwortlich. Die Opposition sprach dagegen von Schlamperei, Korruption und Misswirtschaft.

Kürzere Stromausfälle gehören in Venezuela zwar zur Normalität, aber ein mehrtägiger Ausfall ist für das Land ungewöhnlich. Weil etwa auch zahlreiche Krankenhäuser von der Elektrizität abgeschnitten waren, sollen nach Angaben der Opposition 79 Menschen wegen des Stromausfalls gestorben sein. Die Regierung wies die Behauptung zurück.

Mit Informationen von Markus Plate, ARD-Studio Mexiko-Stadt

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. März 2019 um 20:00 Uhr.

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