Cumhuriyet-Chefredakteur Dündar

"Cumhuriyet"- Chefredakteur tritt zurück "Kein Vertrauen in die türkische Justiz"

Stand: 15.08.2016 12:02 Uhr

Der türkische Journalist Can Dündar ist als Kritiker der Regierung seines Landes bekannt. Er war im Mai zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Jetzt tritt Dündar als "Cumhuriyet"-Chefredakteur zurück. Er habe nach dem Putsch kein Vertrauen in die türkische Justiz.

Can Dündar ist als Chefredakteur der regierungskritischen türkischen Zeitung "Cumhuriyet" zurückgetreten. Nach dem Putschversuch und zahlreichen Entlassungen auch am Berufungsgericht habe er kein Vertrauen mehr in die türkische Justiz, schrieb Dündar in seiner "Cumhuriyet" -Kolumne. Darin schrieb er auch, er werde nicht in die Türkei zurückkehren, solange der Ausnahmezustand anhalte. Seinen Posten als Chefredakteur werde er an seinen bisherigen Vertreter Oguz Güven abtreten. Dündar will jedoch weiter Kolumnen in der "Cumhuriyet" schreiben.

Der Journalist war zusammen mit dem Leiter des "Cumhuriyet"-Hauptstadtbüros, Erdem Gül, im Mai zu fünf Jahren und zehn Monaten beziehungsweise fünf Jahren Haft verurteilt worden. Beiden wird vorgeworfen, sie hätten geheime Dokumente veröffentlicht, die Waffenlieferungen an Islamisten in Syrien 2015 belegen sollen. Ein weiteres Verfahren gegen Dündar steht noch aus.

Dündar hat die Türkei verlassen

Er hatte im Juli eine Auszeit in Europa angekündigt und sich vorübergehend als Chefredakteur vertreten lassen. Anfang Juli nahm Dündar in Deutschland den Leuchtturm-Preis des Netzwerks Recherche in Hamburg entgegen. Das war vor dem Putschversuch. Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte Dündar betont, man sei als Journalist in der Türkei nicht sicher.

Quo Vadis Türkei? - Interview mit Can Dündar, Chefredakteur Cumhuriyet
Europamagazin, 24.07.2016, Cornelia Kolden, ARD Brüssel

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Razzien in Gerichten

In Istanbul hat die türkische Polizei einem Medienbericht zufolge Razzien an drei Gerichten begonnen. Laut türkischer Nachrichrtenagentur Dogan richtet sich die Aktion gegen 179 Bedienstete. Gegen sie wird wegen mutmaßlicher Verwicklung in den gescheiterten Militärputsch vorgegangen.

Bislang wurden nach Angaben von Ministerpräsident Binali Yildirim mehr als 81.500 Staatsbedienstete seit dem Putschversuch entlassen oder suspendiert. Sie waren in den unterschiedlichsten Bereichen tätig, in Justizverwaltung, Militär, Polizei, Bildungswesen. Ihnen werden Verbindungen zum Netzwerk des im US-Exil lebenden Predigers Fethullah Gülen vorgeworfen. Die türkische Führung hält Gülen für den Drahtzieher des Putsches. Der Prediger weist die Vorwürfe zurück.

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