Ein Laufband, das Strom nicht verbraucht, sondern produziert.

Energieeffizientes Fitnessstudio Kalorien verbrauchen, Strom erzeugen

Stand: 21.04.2019 15:46 Uhr

Wer hier trainiert, tut nicht nur etwas für seine Gesundheit - sondern produziert auch Strom. Im kalifornischen Sacramento gibt es das erste Fitnessstudio der USA, das sich mit elektrischer Energie selbst versorgt.

Von Marcus Schuler, ARD-Studio Los Angeles

"Auf die Idee bin ich auch schon gekommen" - das ist der Satz, den man meistens hört, wenn man das Konzept von EcoFit, einem Fitnessstudio in Sacramento, erklärt. Und hier wurde die Idee auch umgesetzt.

Das Studio lässt seine Mitglieder auf seinen Maschinen strampeln, zweigt den erzeugten Strom ab und senkt dadurch seine Stromrechnung. EcoFit in Sacramento, der Hauptstadt Kaliforniens, ist das erste Fitnessstudio der USA, das sich mit elektrischer Energie selbst versorgt.

Stromerzeugung auf dem Fahrrad

Jose Avina hat sich mit seinem Fitnessstudio einen Traum erfüllt und eine Idee umgesetzt, die ihn nicht mehr losgelassen hat. Stolz zeigt er auf die grünen Stromleitungen in dem zweigeschossigen Gym, das früher mal als Lagerhalle genutzt wurde.

Die Leitungen führen alle zu einem rechteckigen Kasten an der Wand - die Batterie. "Unser Überwachungssystem sagt uns, wieviel Energie noch in der Batterie ist. Wenn die Anzeige runter geht, dann müssen unsere Mitglieder auf die Fahrräder."

Jose Avina betreibt ein Fitnessstudio, in dem beim Trainieren Strom erzeugt wird.
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Jose Avina betreibt ein Fitnessstudio, in dem beim Trainieren Strom erzeugt wird.

Solar-Panel als Notfall-Lösung

Auf dem Dach des Gebäudes steht die Notfall-Lösung: Solar-Panel helfen beim Laden der Batterie. An den Stromversorger bezahlt Avina im Monat 30 Dollar - die Grundgebühr. Aus dem Stromnetz entnimmt er keine Energie.

Als der ehemalige Soldat des US-Marine-Corps vor fast zwei Jahren seine Idee umsetzen wollte, hagelte es zuerst Absagen. "Ich hab mit einer Bank und einer Investorengruppe gesprochen. Die fanden die Idee aber zu verrückt und meinten, dass das noch keiner probiert habe. Und sie fragten mich, wie ich dann erfolgreich sein würde. Ich hab gesagt, dass ich das nicht weiß und versuchen will. Deshalb brauche ich ja Ihre Unterstützung."

Nur Joses Onkel hat an die Idee seines Neffen geglaubt und in das Fitnessstudio investiert.

Überschüssige Energie wird gespeichert

Das nächste Problem: Es gibt kaum Unternehmen, die Fitness-Geräte wie Spinning-Fahrräder oder Cross-Trainer so umbauen, dass sie Strom produzieren und nicht verbrauchen. Glücklicherweise fand Jose ein Unternehmen in Seattle, das genau das machte.

"Wenn die Leute auf die Räder steigen und ein paarmal treten, produzieren sie Strom für das Fahrrad. Die überschüssige Energie geht dann sofort in die Batterie. Auf einem Monitor können sie sehen, wieviel Watt sie gerade herstellen und wieviel davon eingespeist wird."

Wer am meisten produziert, trainiert kostenlos

Nach etwas mehr als einem Jahr hat das Fitnessstudio 80 zahlende Mitglieder. Das obere Stockwerk ist in puncto Stromgewinnung der wichtigste Raum. Hier stehen 15 Spinning-Räder. Auf einem radelt Brianna und schwitzt: "Es sind die kleinen Dinge, die den Unterschied ausmachen. Ich hab heute 150 Watt Energie produziert. Im Prinzip ist es so einfach, man muss nicht mal nachdenken."

Als nächstes will Jose sein Gym "gamifizieren": Bald soll es eine Übersicht der Mitglieder geben, die den meisten Strom produzieren. Wenn es einen Wettbewerb gäbe, dann produzierten die Mitglieder noch mehr Strom, sagt der 30-Jährige. Dem Mitglied, das den meisten Strom produziere, will Jose den monatlichen Mitgliedsbeitrag erlassen.

Sein Gym sei erst der Anfang, sagt er. Alles sei noch "im Beta-Stadium". Wenn er genügend Erfahrung gesammelt habe, dann will er ein größeres Studio eröffnen.

Radeln für den Strom: Energieeffizientes Fitnessstudio
Marcus Schuler, ARD Los Angeles
18.04.2019 16:35 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 18. April 2019 um 13:30 Uhr.

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