Verschwundenes britisches Mädchen Neue Ermittlungen im Fall Madeleine

Stand: 24.10.2013 17:34 Uhr

Fünf Jahre nach dem ergebnislosen Ende der Ermittlungen im Fall des verschwundenen britischen Mädchens Madeleine McCann nimmt die portugiesische Polizei den Fall wieder auf. Mit der Entscheidung folge die Staatsanwaltschaft einer Empfehlung der Polizei aufgrund "neuer Elemente".

Madeleine McCann
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Madeleine McCann verschwand am 3. Mai 2007 aus einer portugiesischen Ferienanlage.(undatiertes Fahndungsfoto)

Portugiesische und Britische Behörden arbeiten zusammen

Die portugiesischen Behörden baten die britischen Ermittler in diesem Zusammenhang um ihre Unterstützung. Die Untersuchungen in Portugal und von Scotland Yard sollten parallel laufen und jeweils andere Stränge verfolgen, teilte die britische Seite in London mit.

"Dies ist eine willkommene Entwicklung, aber beide Seiten sind in ihren Untersuchungen noch in sehr frühen Stadien und es muss noch viel getan werden", sagte Mark Rowley vom Ermittlerteam bei Scotland Yard.

Vergangene Woche veröffentlichten die britischen Ermittler zwei Phantombilder eines Mannes mit braunem Haar. Ihn hatte eine irische Familie am Abend von Madeleines Verschwinden in dem Ferienort gesehen, als er ein Kind im Alter von drei bis vier Jahren auf dem Arm trug. "Aufgrund der zeitlichen Abfolge erscheint es uns als sehr wahrscheinlich, dass dieser Mann Madeleines Entführer ist", sagte Chefermittler Andy Redwood.

Hunderte neue Hinweise nach TV-Bericht

Kate und Gerry McCann zeigen in Berlin bei einer Pressekonferenz ein Foto ihrer Tochter Madeleine (Archivfoto vom 06.06.2007).
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Kate und Gerry McCann zeigen in Berlin bei einer Pressekonferenz ein Foto ihrer Tochter Madeleine (Archivfoto vom 06.06.2007).

Erstmals führt die Spur zudem auch nach Deutschland. Die Ermittler suchen nach zwei Männern mit vermutlich kurzen blonden Haaren, die Zeugen mehrfach im Umfeld des Ferienapartments der McCanns gesehen hatten. "Wir glauben, dass sie Deutsch oder Holländisch gesprochen haben", sagte Redwood. Nachdem die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" vergangene Woche über den Fall berichtet hatte, gingen hunderte neue Hinweise ein.

Diese Ergebnisse hätten die Polizei in Portugal bewegt, die Akte wieder aufzuschlagen, hieß es aus London. Die Eltern des Mädchens, Kate und Gerye McCann, erklärten, sie seien "sehr froh" über die neuen Untersuchungen in Portugal: "Wir hoffen, das führt dazu, dass sie endlich gefunden wird und herauskommt, wer für diese Tat verantwortlich ist."

Berichte über Pädophilennetzwerk

Kurz vor der Ankündigung der Staatsanwaltschaft hatte die portugiesische Zeitung "Correio da Manha" berichtet, die Polizei habe im März 2012 ein Ermittlerteam in Porto damit beauftragt, Madeleines Verschwinden erneut zu untersuchen. Die Ermittler gehen dem Bericht zufolge der These nach, dass ein Pädophilen-Netzwerk eine Entführung des Mädchens organisiert habe.

Die Behörden in Portugal hatten ihre Ermittlungen 2008 eingestellt. Madeleine McCann war am 3. Mai 2007 kurz vor ihrem vierten Geburtstag aus der Ferienanlage in Praia da Luz an der portugiesischen Algarve verschwunden, als ihre Eltern beim Abendessen waren. Die intensive Suche nach dem Mädchen blieb bisher vergebens.

Verdacht gegen Eltern nicht bestätigt

In den 14-monatigen Ermittlungen waren zwischenzeitlich auch Madeleines Eltern verdächtigt, aber letztendlich entlastet worden. Kate und Gerye McCann heuerten schließlich Privatdetektive an und suchten weiter nach ihrer Tochter. Auf Ersuchen der britischen Regierung nahm Scotland Yard den Fall zwei Jahre lang unter die Lupe und leitete dann im Juli ein eigenes Ermittlungsverfahren ein.

Darüber berichtete tagesschau24 am 24. Oktober 2013 um 16:15 Uhr.

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