Leiche in Inguschetien entdeckt Russische Menschenrechtlerin erschossen

Stand: 18.03.2019 20:17 Uhr

Natalja Estemirowa (Archivbild aus dem Jahr 2004)
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Natalja Estemirowa (Archivbild aus dem Jahr 2004)

In der russischen Konfliktregion Nordkaukasus ist die prominente russische Menschenrechtsaktivistin Natalja Estemirowa erschossen worden. Die Leiche der 50-Jährigen wurde nach Angaben der Polizei in der Teilrepublik Inguschetien gefunden, Estemirowa sei mit mehreren Schüssen in die Brust getötet worden, hieß es. Estemirowa galt - ähnlich wie die 2006 ermordete regierungskritische Tschetschenien-Reporterin Anna Politkowskaja - als Vorkämpferin für die Menschenrechte im Kaukasus.

Russlands Präsident Dimitri Medwedjew reagierte mit Empörung auf die Nachricht vom Mord an der Menschenrechtlerin. Er beauftragte Russlands obersten Strafverfolger mit den Ermittlungen. Eine Sprecherin des Kreml vermutete, die Bluttat stehe im Zusammenhang mit Estemirowas Arbeit: Die Menschenrechtlerin hatte sich wiederholt den Zorn der moskautreuen Machthaber in Tschetschenien zugezogen - unter anderem, weil sie regelmäßig Beiträge für die oppositionsnahe Zeitung "Nowaja Gaseta" veröffentlicht hatte. Aus ihrem Umfeld hieß es, auch der tschetschenische Präsident Kadyrow habe die Arbeit der Menschenrechtlerin mehrfach kritisiert.

Ein Sprecher der Organisation Memorial, für die Estemirowa gearbeitet hatte, sagte, der Deutschen Presse-Agentur, Estemirowa sei am Morgen beim Verlassen ihres Hauses in Grosny von Unbekannten entführt worden. Die Historikerin hatte seit 1999 Beweise über - oft staatlich geduldete - Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien gesammelt.

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