Flugzeug im Landeanflug auf den Frankfurter Flughafen | Bildquelle: picture-alliance/ dpa

EU-Bilanz 2018 Mehr Asylanträge nach regulärer Einreise

Stand: 17.02.2019 15:20 Uhr

Bürger aus Ländern wie Venezuela oder Georgien dürfen visafrei in die EU einreisen. Zehntausende beantragten 2018 danach Asyl. Fast jeder fünfte Antrag stammt inzwischen von Bürgern aus Ländern ohne Visapflicht.

Die Zahl der Asylbewerber, die über reguläre Wege und visafrei in die EU einreisen, hat im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. 2018 habe fast jeder fünfte Asylantrag von Staatsangehörigen eines Landes gestammt, dessen Bürger ohne Visum regulär in die Schengenzone kommen durften, teilte die EU-Asylbehörde EASO mit.

Anträge von Venezolanern verdoppelt

Anhänger der Opposition, Caracas/Venezuela | Bildquelle: REUTERS
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Infolge der Krise in Venezuela steigt die Zahl der von dort kommenden Antragsteller.

Den Angaben zufolge nahm vor allem die Zahl der Antragsteller aus Ländern Lateinamerikas und des Westbalkans stark zu. Allein die Zahl der Asylbewerber aus Venezuela, die ohne Visa in die EU einreisen durften, habe sich im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr auf 22.200 verdoppelt, erklärte EASO. Weitere fast 20.000 visafrei eingereiste Antragsteller stammten aus Georgien, 10.200 aus Kolumbien und etwa 21.900 aus Albanien.

Kolumbien, Georgien und Venezuela gehören zu den Ländern, aus denen Menschen mit einem biometrischen Pass ohne Visum in die Schengenzone einreisen dürfen. Die Zahl solcher Asylanträge nach visafreien Einreisen erhöhte sich den Angaben zufolge 2018 EU-weit um fast ein Drittel auf etwa 115.000. Diese Zahl übertreffe bereits die Summe der Asylanträge von Flüchtlingen aus Syrien und dem Irak. Bezogen auf die einzelne Herkunftsländer lag Syrien trotzdem mit 74.800 Antragstellern in den EU-Staaten 2018 weiter auf dem ersten Platz.

Rückgang in der EU langsamer als in Deutschland

Aus den Daten ergibt sich auch, dass in der EU die Zahl der Asylbewerber insgesamt deutlich langsamer zurückgeht als in Deutschland. Die Bundesregierung hatte für 2018 einen Rückgang der Asylanträge um 16 Prozent auf insgesamt 185.000 gegenüber dem Jahr 2017 gemeldet. Der Rückgang in der EU insgesamt betrug nach EASO-Angaben rund zehn Prozent auf insgesamt 634.700 Asylanträge. Damit sei in der EU etwa wieder der Stand von 2014 erreicht worden. Die Zahl der Asylbewerber steige seit dem Sommer 2018 allerdings wieder.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 13. Januar 2019 um 05:15 Uhr.

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