EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides | Bildquelle: AFP

Corona-Lage in der EU "Wir sind tief besorgt"

Stand: 24.09.2020 14:00 Uhr

In vielen europäischen Staaten steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen rasant an. Die EU beobachtet diese Entwicklung mit Sorge und warnt vor einer Wiederholung der Situation wie im Frühjahr.

Die EU-Kommission hat die Mitgliedstaaten eindringlich zu entschiedenem Handeln gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie aufgerufen. "Dies könnte unsere letzte Chance sein, um eine Wiederholung des letzten Frühjahrs zu verhindern", erklärte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Die aktuelle Lage zeige "überdeutlich, dass die Krise noch nicht hinter uns liegt".

Die EU sei "tief besorgt" über die steigenden Zahlen der Neuinfektionen in zahlreichen Mitgliedsstaaten. In einigen Ländern sei die gegenwärtige Situation sogar schlimmer als zum bisherigen Höhepunkt der Pandemie im vergangenen Frühjahr. Das zeige, dass die bisher ergriffenen Maßnahmen "nicht immer ausreichend waren, um die Gefahr zu verringern oder zu kontrollieren". Deshalb müssten die EU-Staaten beim ersten Anzeichen für einen neuen Ausbruch sofort einschreiten, forderte die Kommissarin.

Zu den Maßnahmen, die flächendeckend und einheitlich in der EU gelten sollten, zählte sie verstärkte Tests, Rückverfolgung von Kontakten, bessere Überwachung der öffentlichen Gesundheit, besseren Zugang zu Schutzkleidung und Medikamenten sowie die Stärkung der Kapazitäten in Krankenhäusern.

"Covid-19-Ermüdung"

In Anbetracht einer sich abzeichnenden "Covid-19-Ermüdung" vor allem unter jungen Menschen, appellierte die Kommissarin an die Bevölkerung, sich weiterhin an Abstands- und Hygieneregeln zu halten.

Auch die Chefin der EU-Seuchenbehörde ECDC, Andrea Ammon, zeigte sich besorgt. "Es liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen, die nötigen persönlichen Schutzmaßnahmen einzuhalten", betonte Ammon. "Die Pandemie ist längst nicht vorbei, und wir dürfen nicht unachtsam werden."

Dabei kamen die EU-Experten zu dem Ergebnis, dass Abstandhalten, Hygieneregeln und die Verwendung von Gesichtsmasken alleine die Verbreitung des Virus offensichtlich nicht aufhalten können. Die ECDC rief vor diesem Hintergrund zu einer gezielten Stärkung der Gesundheitssysteme auf. Angehörige von Risikogruppen sowie Beschäftigte im Gesundheitswesen müssten besser geschützt werden.

Über dieses Thema berichtete am 24. September 2020 tagesschau24 um 11:00 Uhr und Deutschlandfunk um 13:00 Uhr in den Nachrichten.

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