Eine Ampulle mit dem Corona-Impfstoff der Konzerne Biontech und Pfizer. | Bildquelle: via REUTERS

Impfstoff-Zulassung in der EU "Die Lieferungen werden sofort beginnen"

Stand: 22.12.2020 03:34 Uhr

Es kann losgehen: Die Zulassung für den ersten Corona-Impfstoff in der EU ist erteilt. Biontech und Pfizer wollen schnellstens liefern. In Deutschland ist der 27. Dezember als Impfstart vorgesehen.

Nach der bedingten Zulassung ihres Corona-Impfstoffs durch die EU-Kommission wollen die Mainzer Firma Biontech und der US-Pharmakonzern Pfizer unverzüglich die ersten Lieferungen veranlassen. "Die Lieferungen werden sofort beginnen und schrittweise im Laufe der Jahre 2020 und 2021 erfolgen, um eine gerechte Verteilung der Impfstoffe entsprechend der Vertragsbedingungen der EU zu gewährleisten", teilten die beiden Unternehmen mit. Die Impfstoffdosen für Europa werden den Angaben zufolge in den Biontech-Produktionsstätten in Deutschland und im Pfizer-Werk im belgischen Puurs hergestellt.

Auch bei mutiertem Virus weiter wirksam

Biontech-Chef und Mitgründer Ugur Sahin bezeichnete die Zulassung durch die EU-Kommission als "historische Errungenschaft". "Wir glauben, dass Impfungen dazu beitragen können, die Zahl der Menschen in der Hochrisikobevölkerung zu verringern, die im Krankenhaus stationär behandelt werden müssen." In den kommenden zwei Jahren würden Biontech und Pfizer weitere Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit erheben, erklärte Sahin. Zudem werde der Impfstoff gegenüber allen neu auftauchenden Mutationen untersucht. In einem ARD-Interview sagte er, bei der in Großbritannien aufgetauchten Variante sei davon auszugehen, dass das Serum weiterhin wirksam sei. "Wir wissen, dass unser Impfstoff das Virus an vielen verschiedenen Stellen attackiert", sagte Sahin.

"Wir sind zuversichtlich" Biontech-Chef Sahin zur Wirksamkeit des Impfstoffes trotz mutiertem Coronavirus
ARD extra, 21.12.2020

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Der Impfstoff soll in der EU unter dem Namen Comirnaty vermarktet werden. Der Name setzt sich zusammen aus Covid-19, mRNA (die Bezeichnung des Botenmoleküls), Community (englisch für Gemeinschaft) und Immunity (englisch für Immunität).

Die Frachtfluglinie Lufthansa Cargo stellt sich auf den Transport großer Mengen tiefgekühlter Corona-Impfstoffe ein. "Dank des jüngsten Ausbaus unserer Bodeninfrastruktur können wir auch größere Volumina abwickeln und weltweit transportieren und unsere Kunden dabei unterstützen, die Kühlkette einzuhalten", sagte Lufthansa-Cargo-Chef Peter Gerber. Einer Sprecherin zufolge rechnet das Unternehmen in den kommenden Tagen und Wochen mit entsprechenden Transportaufträgen.

Impfungen in der EU können beginnen

Mit der Freigabe können die Impfungen gegen das Coronavirus jetzt auch in der Europäischen Union beginnen. Mindestens 15 Länder hatten dem Impfstoff zuvor bereits eine Zulassung erteilt, darunter Großbritannien und die USA. In Deutschland ist der Impfstart für den kommenden Sonntag geplant. Bis dahin soll das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) die Impfchargen prüfen und freigeben.

Nach Aussage von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sollen bis Jahresende mehr als 1,3 Millionen Impfdosen an die Bundesländer verteilt werden. "Im Januar werden jede Woche mindestens weitere 670.000 Dosen ausgeliefert", schrieb der CDU-Politiker auf Twitter. Zuvor hatte er für das erste Quartal die Zahl elf bis 13 Millionen genannt. Da das Präparat zweimal verabreicht werden muss, würde diese Menge in etwa für 5,5 bis 6,5 Millionen Menschen reichen. Insgesamt hat sich der Bund über einen EU-weiten Schlüssel und nationale Vereinbarungen bisher mehr als 300 Millionen Dosen gesichert - von Biontech und anderen Herstellern.

Als erstes sollen die über 80-Jährigen, Personal und Bewohner von Pflegeheimen sowie auch Gesundheitspersonal mit sehr hohem Infektionsrisiko geimpft werden. Nach den klinischen Studien gibt Biontech die Wirksamkeit des Impfstoffs mit 95 Prozent an.

Bedeutender Schritt, aber mit Bedingungen

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte nach der Entscheidung: "Heute fügen wir dem Kampf gegen Covid-19 ein wichtiges Kapitel hinzu." Die Chefin der europäische Arzneimittelbehörde EMA, Emer Cooke, sprach von einer historischen wissenschaftlichen Leistung. "Es ist ein bedeutender Schritt vorwärts in unserem Kampf gegen die Pandemie."

Aber die EMA hat ihre Zulassung an Bedingungen geknüpft. Der Hersteller ist verpflichtet, auch nach Start der regulären Impfungen Daten etwa zur Langzeitwirkung an die Behörde zu übermitteln. Auch Angaben zu möglichen Nebenwirkungen oder allergischen Reaktionen werden weiterhin geprüft. Am 6. Januar will die EMA ein weiteres Treffen abhalten, um über eine Zulassung des Impfstoffs des US-Unternehmens Moderna zu entscheiden. Sie prüft auch die Vakzine der Oxford Universität mit dem Unternehmen AstraZeneca sowie von Janssen. Bisher ist aber für keinen der beiden Impfstoffe offiziell eine Zulassung beantragt worden.

Erster mRNA-Impfstoff

BNT162b2 ist der erste Boten-RNA-Impfstoff (mRNA-Impfstoff) für Menschen, der zum Einsatz kommt. Dabei wird nach Darstellung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) genetische Information für den Bau eines ungefährlichen Erregerbestandteils mittels Injektion in den Muskel verabreicht. Körperzellen nutzen die genetische Information der RNA zum Bau des Erregerbestandteils. Anschließend erkennt das menschliche Immunsystem den fremden Erregerbestandteil und baut eine schützende Immunantwort auf. Auch das Präparat von Moderna ist ein mRNA-Impfstoff.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Dezember 2020 um 20:00 Uhr.

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