Britische Corona-Studie Forscher testen Impfstoffkombination

Stand: 04.02.2021 14:35 Uhr

Lassen sich verschiedene Impfstoffe auch kombinieren? Angesichts des enormen Impfstoff-Bedarfs und einer wachsenden Zahl an Corona-Mutationen gehen britische Wissenschaftler dieser Frage nach.

Von Udo Schmidt, ARD-Studio London, zurzeit in Hamburg

Verschiedene Impfstoffe zu kombinieren, könnte die Flexibilität bei der Vergabe von Impfstoffen deutlich erhöhen, hoffen die Macher der heute begonnenen Studie, die von der britischen Regierung mit sieben Millionen Pfund - knapp acht Million Euro - unterstützt wird. In der klinischen Studie mit 820 Teilnehmern im Alter von 50 Jahren und darüber sollen jetzt die Impfstoffe von AstraZeneca und Pfizer/BioNTech kombiniert werden.

"Das Hauptinteresse ist, die Flexibilität zu testen, um auch eine AstraZeneca-Impfdosis an jemanden ausgegeben zu können, der eine erste Impfung von Pfizer erhalten hat. Das wäre eine wichtige Alternative", erklärt Studienleiter Matthew Snape von der Universität Oxford in der BBC.

Erfahrungen bei Hepatitis, Polio, Masern und Mumps

Zwei Fragen stünden im Fokus der Studie, sagt Snape: "Wir schauen, ob die Impfstoff-Kombination gleich gut wirkt. Aber wir wollen auch erfahren, ob sie vielleicht sogar besser ist. Tierstudien zeigen, dass dies möglich sein könnte. Das ist ein spannender Aspekt."

Gleichzeitig sollen unterschiedliche Intervalle bei der Gabe der beiden Impfdosen getestet werden. Erfahrungen mit der Kombination verschiedenerer Impfstoffe gibt es bereits beim Schutz vor Hepatitis, Polio, Masern und Mumps.

Kombination aus RNA- und Vektor-Impfstoff

Jetzt werden jedoch Impfstoffe unterschiedlicher Wirkmechanismen kombiniert. Während Pfizer/BioNTech einen mRNA-Impfstoff anbietet, schützt AstraZeneca mit einem sogenannten Vektor-Impfstoff. "Sie liefern den Schutz auf unterschiedlichen Wegen, es ist spannend und aufregend, solche Impfstoffe kombiniert zu verabreichen", sagt Studienleiter Snape.

Die Studie ist auf insgesamt 13 Monate angelegt, das Team erwartet erste Ergebnisse aber bereits bis Juni. Derzeit, so Großbritanniens für die Covid-Impfungen zuständige Staatssekretär Nadhim Zahawi, werde sich an der Impfpraxis im Vereinigten Königreich durch die Studie nichts ändern. In Großbritannien sind bereits mehr als zehn Millionen Menschen geimpft worden, eine zweite Impfung haben allerdings erst etwa 500.000 Menschen erhalten.

Britische Forscher wollen Corona-Impfstoffe kombinieren
Uda Schmidt, ARD London
04.02.2021 13:26 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 04. Februar 2021 um 15:50 Uhr.

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Udo Schmidt, NDR

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