Corona-Impfung Grünes Licht für EU-Impfausweis

Stand: 14.04.2021 13:39 Uhr

Ab Ende Juni soll es ein einheitliches EU-Impfzertifikat geben. Darauf haben sich die EU-Mitgliedsstaaten geeinigt. Der Nachweis soll EU-weit anerkannt sein und könnte Reisenden eine Quarantänepflicht ersparen.

Die EU-Mitgliedstaaten haben grünes Licht für einen einheitlichen Impfausweis für Reisen innerhalb Europas gegeben. EU-Justizkommissar Didier Reynders begrüßte eine entsprechende Einigung der Botschafter der 27 Länder. Anschließend muss der Text noch in Verhandlungen mit dem EU-Parlament finalisiert werden. Ab Ende Juni soll das Dokument zum Einsatz kommen.

Das sogenannte grüne Zertifikat soll Aufschluss darüber geben, ob ein Mensch das Coronavirus verbreiten kann oder zumindest wie wahrscheinlich dies ist. Neben Informationen über Impfungen sollen dafür auch Testergebnisse und Angaben über eine überstandene Corona-Erkrankung enthalten sein.

Quarantänepflichten entfallen

Für Reisende könnten dadurch Test- oder Quarantänepflichten entfallen. Das Thema ist ein wichtiges Anliegen der stark vom Tourismus abhängigen EU-Länder. Griechenland, Zypern und andere Staaten waren bereits mit nationalen Lösungen vorangegangen. Die EU-Kommission begann daraufhin, einen gemeinsamen Ansatz auszuarbeiten.

Die vorgeschlagene Verordnung würde die nationalen Behörden verpflichten, ihren Bürgern das besagte Dokument auf Anfrage auszustellen. Die Entscheidung, welche Beschränkungen aufgehoben werden und ob das Zertifikat weitere Erleichterungen ermöglicht, obliegt den einzelnen EU-Ländern. Die 27 verpflichten sich aber dazu, die Impfzertifikate der anderen EU-Staaten anzuerkennen und entsprechend dieselben Rechte zu gewähren.

Didier Reynders
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Reynders betonte, der Impfausweis werde nicht mehr benötigt, sobald die WHO das Ende der Pandemie ausrufe.

Keine Voraussetzung für Reisen

Reynders unterstrich erneut, dass ein Impfzertifikat unter keinen Umständen eine Voraussetzung für Reisen innerhalb der EU sein könne. Es solle Grenzübertritte lediglich erleichtern. Das EU-Parlament muss nun ebenfalls noch grundsätzlich zustimmen, anschließend werden die Details zwischen den EU-Institutionen ausgehandelt. Einige Abgeordnete haben insbesondere beim Datenschutz Bedenken angemeldet. Um die Einführung zu beschleunigen, arbeiten EU-Kommission und nationale Behörden bereits an der technischen Umsetzung.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. April 2021 um 13:00 Uhr.

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