Anschlag auf Kreml-Kritiker FSB-Agenten sollen Nawalny vergiftet haben

Stand: 14.12.2020 16:13 Uhr

Acht Agenten des russischen Geheimdienstes sollen für den Mordanschlag auf den Oppositionellen Nawalny verantwortlich sein. Das ergaben Recherchen mehrerer Medien. Die Männer sollen 30-mal zu Nawalnys Reisezielen vorausgeflogen sein.

Mindestens acht russische Geheimdienstagenten sollen nach Recherchen mehrerer Medien den Giftanschlag auf den Kremlkritiker Alexej Nawalny verübt haben.

Neue Erkenntnisse im Fall Nawalny
tagesschau 20:00 Uhr, 14.12.2020, Ina Ruck, ARD Moskau

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Namen veröffentlicht

Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" veröffentlichte acht Namen von mutmaßlichen Mitarbeitern des Inlandsgeheimdienstes FSB. Das Magazin stützt sich nach eigenen Angaben auf gemeinsame Recherchen mit der Investigativplattform Bellingcat, "The Insider" und dem US-Nachrichtensender CNN.

Vor allem durch Auswertung der Mobilfunkverbindungen, GPS- und Standortdaten von mehr als einem Dutzend mutmaßlicher FSB-Agenten und Analysen zahlreicher Passagierlisten russischer Linienflüge lasse sich nachvollziehen, dass Nawalny bereits seit 2017 im Visier des FSB-Teams stand, schrieb der "Spiegel".

Nawalny: "Ich weiß, wer mich töten wollte"

Die Agenten seien mehr als 30-mal zu Nawalnys Reisezielen vorausgeflogen und kurz nach ihm nach Moskau zurückgekehrt. Demnach sei es wenig wahrscheinlich, dass es sich bei dem FSB-Team um Agenten handelte, die Nawalny nur beobachteten. 

Auch Nawalny selbst verbreitete die Berichte: "Ich weiß, wer mich töten wollte", sagte er und veröffentlichte zudem Fotos von acht Männern.

Bei den Identifizierten handele es sich um sechs ausführende Agenten und zwei mutmaßliche Führungskräfte. Die beiden Führungskräfte sollen den Berichten zufolge zwei FSB-Einheiten angehören, die in der Vergangenheit bereits mit Giftmorden in Verbindung gebracht wurden: das "Institut für Kriminalistik" und das ihm übergeordnete "Zentrum für Spezialtechniken".

Verbindungen zu Nowitschok-Laboren

Eine der beiden Führungskräfte kommunizierte den Recherchen zufolge regelmäßig mit Chemielaboren, die mit dem Nowitschok-Programm Russlands in Verbindung stehen. Alle acht identifizierten FSB-Männer haben demnach entweder eine Vorgeschichte in medizinischen oder chemischen Bereichen oder haben für russische Spezialkräfte gearbeitet.

Nachdem offensichtlich war, dass Nawalny den Anschlag überlebt hatte, begaben sich eine der Führungskräfte und drei Mitarbeiter des FSB-Teams den Recherchen zufolge in die sibirische Stadt Gorno-Altajsk. Dort befindet sich das "Institut für Probleme chemischer und energetischer Technologien", das Mitarbeiter beschäftigt, die darauf spezialisiert sind, Orte und Gegenstände nach dem Einsatz von chemischen Kampfstoffen zu reinigen. 

Nawalny soll im August mit einem in der Sowjetunion entwickelten chemischen Nervenkampfstoff der Nowitschok-Gruppe vergiftet worden sein. Er war auf einem Flug vom sibirischen Tomsk nach Moskau zusammengebrochen.

Nawalny erholt sich weiter in Deutschland

Zwei Tage später wurde der 44-Jährige, noch im Koma liegend, zur Behandlung in die Berliner Universitätsklinik Charité gebracht. Er befindet sich immer noch zur Erholung in Deutschland. Er plant, nach seiner Genesung nach Russland zurückzukehren.

Kremlchef Wladimir Putin hatte vor wenigen Tagen gesagt, er sehe noch keine Voraussetzungen für Ermittlungen in Russland. Moskau wolle erst ermitteln, wenn es Beweise für ein Verbrechen gebe. Bislang seien solche aber nicht aus dem Ausland vorgelegt worden. "Auch wenn eine Person fast gestorben ist, heißt das nicht, dass man in jeden Fall ein Strafverfahren eröffnen muss", so Putin.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. Dezember 2020 um 16:00 Uhr.

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