Bergsteiger auf dem Mount Everest | Bildquelle: AFP

Stau auf dem Dach der Welt Todesserie am Mount Everest

Stand: 29.05.2019 09:08 Uhr

Bergsteiger stehen Schlange, um einen Moment auf dem Mount Everest zu stehen. Dieser Massenandrang ist gefährlich. Inzwischen stieg die Zahl der Todesopfer auf elf. Nepals Regierung steht in der Kritik.

Mit dem Tod eines US-Bergsteigers ist die Zahl der Todesopfer am Mount Everest in diesem Jahr auf elf gestiegen. Der 61-Jährige hatte nach Angaben des nepalesischen Tourismusministeriums erfolgreich den 8848 Meter hohen Gipfel bezwungen und war am Montagabend in ein tiefer gelegenes Lager zurückgekehrt, als er Herzprobleme bekam und starb.

Die Saison zur Besteigung des Mount Everest ist wegen der Wetterbedingungen auf eine kurze Spanne zwischen Ende April und Ende Mai begrenzt. Mehr Tote als in dieser Saison gab es zuletzt im Jahr 2015. Damals starben 18 Menschen, als eine Lawine auf das Basislager niederging. Auslöser dafür war das verheerende Erdbeben, durch das in Nepal insgesamt mehr als 9000 Menschen ums Leben kamen.

Nepal großzügig mit Genehmigungen

Diesmal ist die hohe Zahl der Toten allerdings nicht auf Naturereignisse zurückzuführen. Sie hat viel zu tun mit dem großen Ansturm auf den höchsten Berg der Welt, dessen Gipfel auf der Grenze zwischen China und Nepal liegt. Während China die Zahl der Genehmigungen für die Besteigung begrenzt, ist Nepal damit relativ großzügig. Umgerechnet bis zu 45.000 Euro kostet der Aufstieg von nepalesischer Seite. Das Land ist arm und auf die Devisen angewiesen, die der Tourismus bringt.

Massenandrang am Mount Everest fordert Tote
tagesthemen, 22:15 Uhr, 28.05.2019, Sibylle Licht, ARD Neu Delhi

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Gefahr bei zu langem Aufenthalt in der "Todeszone"

Weil das Wetter tagelang schlecht war, bildeten sich in dieser Saison regelrechte Staus in der "Todeszone" oberhalb von 8000 Metern, wo selbst gut trainierte Bergsteiger sich ohne künstlichen Sauerstoff nur kurze Zeit aufhalten können. Expeditionsteams mussten teilweise mehrere Stunden beim Auf- oder Abstieg am Everest-Gipfel ausharren. Es besteht unter anderem die Gefahr eines Lungenödems - also dass sich die Lungen mit Flüssigkeit füllen.

Wie viele der elf Todesfälle in direktem Zusammenhang mit den Staus stehen, lässt sich schwer sagen. Denn die Auswirkungen des zu langen Aufenthalts in der "Todeszone" zeigen sich oft erst später - beim Abstieg. Experten gehen aber davon aus, dass mindestens vier der Toten auf den Stau zurückzuführen sind.

"Die bringen sich selbst dabei um"

Grundsätzlich wird seit Jahren immer mehr zu Problem, dass Menschen den Aufstieg wagen, die das eigentlich nicht können. "Leute treiben sich an, die überhaupt nicht in der Lage sind, den Aufstieg zu leisten", kritisiert der indische Bergsteiger Rizza Alee. "Die bringen sich selbst dabei um."

Die nepalesischen Behörden haben in dieser Saison mehr als 380 Genehmigungen für den Aufstieg auf den Mount Everets erteilt. Nach den Todesfällen will die Regierung für die nächste Saison aber neue Regeln erarbeiten.

Mit Informationen von Sibylle Licht, ARD-Studio Neu-Delhi

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 28. Mai 2019 um 22:16 Uhr.

Darstellung: