Europaflaggen wehen neben der Zentrale der Europäischen Zentralbank | Bildquelle: picture alliance / dpa

EZB gibt grünes Licht Italienische Bank Monte dei Paschi kann gerettet werden

Stand: 29.07.2016 22:21 Uhr

Der Rettungsplan der drittgrößten italienischen Bank Monte dei Paschi di Siena ist in trockenen Tüchern. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat einem entsprechenden Vorschlag des Geldhauses zugestimmt, mit dem es sich bis Ende des Jahres seiner faulen Kredite entledigen will.

Die Europäische Zentralbank hat grünes Licht für den Rettungsplan der krisengeschüttelten italienischen Bank Monte dei Paschi di Siena gegeben. Die Entscheidung fiel wenige Stunden vor Bekanntgabe der Ergebnisse eines europaweiten Banken-Stresstests. Zudem habe die EZB den Verkauf von faulen Krediten abgesegnet, sagte Verwaltungsratsmitglied Antonini Turicchi.

Geplant ist die Veräußerung eines Kreditpakets im Volumen von rund zehn Milliarden Euro. Auch ein Konsortium italienischer und internationaler Banken, das die fünf Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung des Finanzinstituts garantieren soll, habe sich für diese Aufgabe gefunden, sagte Turicchi. Dazu gehören Finanzkreisen zufolge sechs Institute wie die Deutsche Bank, Credit Suisse und Goldman Sachs, die die Aktienemissionen absichern. Ohne diese Lösung hätte der toskanischen Bank die Abwicklung gedroht.

Mehr als die Hälfte der faulen Kredite loswerden

Der Plan werde die "zukünftige Profitabilität der Bank signifikant steigern", sagte Vorstandschef Fabrizio Viola. Die Krisenbank Monte dei Paschi di Siena will weit über die Hälfte ihrer faulen Kredite abgeben. Insgesamt 27,7 Milliarden Euro dieser Kredite sollen zu einem Preis von 33 Prozent ihres Buchwerts verkauft werden, erklärte Viola. Ende Juni hatte das Institut insgesamt gut 45 Milliarden Euro faule Kredite in ihren Büchern stehen. Damit würde die Bank auf einen Schlag mehr als die Hälfte davon loswerden und etwa 9,2 Milliarden Euro einnehmen. Unter anderem soll dabei der italienische Bankenrettungsfonds Atlante helfen.

Die Zentrale der ältesten Bank der Welt,  Monte dei Paschi di Siena
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Die Zentrale der ältesten Bank der Welt, Monte dei Paschi di Siena

Die 1472 gegründete und damit älteste Bank der Welt ächzt unter einer Milliardenlast an faulen Krediten. Sie ist eine Folge der jahrelangen Wirtschaftsschwäche des Landes, die auch die Kapitaldecke anderer Institute auffrisst. Der Verkauf ist Teil eines Rettungsplans, der auch eine Kapitalerhöhung vorsieht.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 29. Juli 2016 um 16:00 Uhr.

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