Facebook-Chef Mark Zuckerberg hält eine Rede an der Georgetown Universität in Washington. | Bildquelle: AP

Facebook Mehr Transparenz, weniger Fake News

Stand: 22.10.2019 09:13 Uhr

Facebook will künftig Inhalte von staatlich kontrollierten Medien kennzeichnen. So solle mehr Transparenz vor Wahlen geschaffen werden. Der Konzern hat nach eigenen Angaben ein von Russland aus gesteuertes Netzwerk enttarnt.

Das Online-Netzwerk Facebook will seine Sicherheitsmaßnahmen gegen mögliche ausländische Manipulation verschärfen. Nachrichten von staatlich kontrollierten Medien sollen als diese gekennzeichnet werden, wie der Konzern mitteilte. Für diese Medien müsse mehr Transparenz gelten, weil sie die Meinungen beeinflussen könnten. Zudem hätten diese von Staaten gelenkten Medien die "strategische Unterstützung eines Staates".

Auch der Verbreitung von Falschnachrichten will Facebook zuvorkommen: Auf Instagram sollen künftig Hinweise erscheinen, wenn eine Nachricht geteilt werden soll, die von unabhängigen Faktenprüfern als nicht wahr eingestuft wurde.

US-Wahlen im Fokus

In den USA finden Anfang November 2020 die US-Präsidentschafts- und Kongresswahlen statt. Seit den Präsidentschaftswahlen 2016 stehen die Online-Netzwerke unter verstärktem Druck: Die US-Behörden gehen davon aus, dass Russland eine koordinierte Manipulationskampagne zur Beeinflussung der Wahl geführt hatte. Vermutet wird, dass dies auch über die sozialen Netzwerke stattgefunden haben soll.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg sagte, dass sich Wahlen seit 2016 grundlegend verändert hätten. Aber auch das Unternehmen habe sich verändert. "Wir haben es mit zunehmend ausgeklügelten Angriffen von Staaten zu tun", sagte er. Aber er sei zuversichtlich, dass das Unternehmen nun darauf besser vorbereitet sei.

Russische und iranische Netzwerke enttarnt

Anlass für weitere Transparenzbemühungen auf Facebook bieten immer wieder entdeckte Fake-Konten, die das Netzwerk für ihre Zwecke missbrauchen. So gab das Unternehmen nun bekannt, erneut ein von Russland aus gesteuertes Netzwerk von gefälschten Instagram-Konten ausgehoben zu haben. Die Verantwortlichen hätten sich als in den USA ansässig ausgegeben und vor der US-Wahl im Jahr 2016 Amerikaner mit kontroversen politischen Botschaften ins Visier genommen. Was genau die Absicht der Macher der Accounts gewesen sei, konnte das Unternehmen nicht sagen, so der für Cybersicherheit zuständige Manager Nathaniel Gleicher.

Es gebe laut Gleicher "einige Verbindungen" zu der russischen Organisation IRA. Die Internet Research Agency (IRA) gilt als russische Trollfabrik, die auf Twitter mit Fake-Konten Stimmung vor Wahlen macht. Die IRA soll im Dienste der russischen Propaganda handeln. Die USA werfen der Regierung in Moskau vor, über die Trollfabrik in die US-Präsidentenwahl im Jahr 2016 eingegriffen zu haben. Russland weist die Vorwürfe zurück. Zudem berichtete Facebook, drei iranische Netzwerke enttarnt zu haben.

Mit Informationen von Markus Schuler, ARD-Studio Los Angeles

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 22. Oktober 2019 um 06:05 Uhr.

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