Mark Zuckerberg | Bildquelle: dpa

Propaganda im Netz Facebook löscht Hunderte Fake-Accounts

Stand: 15.03.2019 15:15 Uhr

Facebook hat nach eigenen Angaben Desinformationskampagnen aus Russland und dem Iran gestoppt. Mehr als 650 Seiten, Gruppen und Konten seien gelöscht worden. Auch Twitter ging gegen Propaganda vor.

Gebäude mit Facebook-Logo | Bildquelle: AFP
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Laut Facebook kam es auf Konten und Seiten, die mit dem Iran in Zusammenhang stehen sollen, zu "koordiniertem, nicht authentischem Verhalten".

Facebook geht weiter gegen Propaganda auf seiner Plattform vor: Mehr als 650 Seiten, Gruppen und Konten seien als "Netzwerke zur Irreführung von Menschen" identifiziert und entfernt worden, erklärte Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Damit seien Desinformationskampagnen aus Russland und dem Iran gestoppt worden.

Die Maßnahme war demnach Teil des Kampfes gegen sogenannte Fake News vor den anstehenden Kongresswahlen in den USA und Wahlen andernorts. Die US-Strafverfolgungsbehörden seien eingeschaltet worden.

Auch Twitter geht gegen verdächtige Aktivitäten vor und blockierte mehr als 200 Accounts, die nach Unternehmensangaben politische Interessen des Irans verfolgten. Twitter zufolge sollten mit den Seiten Manipulationen koordiniert werden.

Spuren in den Iran und nach Russland

Einem internen Facebook-Blogeintrag zufolge zielten die Desinformationskampagnen auf die Öffentlichkeit in den USA, Lateinamerika, Großbritannien und dem Nahen Osten ab. Es habe sich um unterschiedliche Kampagnen gehandelt, eine Verbindung zwischen den aus Russland und dem Iran ausgehenden Kampagnen sei nicht hergestellt worden. Zuckerberg hatte Missbrauchsbestrebungen bei dem sozialen Netzwerk zuletzt den Kampf angesagt.

Laut Facebook kam es auf Konten und Seiten, die mit dem Iran in Zusammenhang stehen sollen, zu "koordiniertem, nicht authentischem Verhalten". Dazu gehörte etwa die Verbreitung politischer Inhalte. Mit Iran verbundene Gruppen hätten 12.000 Dollar für Werbeanzeigen ausgegeben und seien Gastgeber 28 unterschiedlicher Veranstaltungen gewesen.

"Da ist viel, was wir noch nicht wissen", sagte Facebook-Chef Mark Zuckerberg in einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

Ähnliche Vorfälle im Juli

Erst Ende Juli hatte Facebook Inhalte in seinem Netzwerk und auch auf der Plattform  Instagram gelöscht. Die damals betroffenen 32 Accounts und Seiten hatten zusammengenommen 290.000 Follower und warben zum Beispiel für 30 Veranstaltungen in der realen Welt. Auch in diesen Fällen bestand der Verdacht, es werde versucht, Einfluss auf die anstehenden Wahlen zu nehmen. Politiker vermuteten Russland als Urheber.

Propaganda-Vehikel Facebook?

Nach der Präsidentschaftswahl 2016 hatte Facebook eingeräumt, dass sein Netzwerk benutzt worden ist, um die Debatte über Rassismus, Waffenkontrollen und Umweltpolitik in den USA anzuheizen. In dem Zusammenhang hat das Justizministerium mittlerweile 13 Russen und drei Firmen angeklagt. Ihr Ziel sei es gewesen, die Präsidentschaftswahlen zu untergraben und Kandidat Trump zu unterstützen - vor allem mit Hilfe von Facebook.

Mit Informationen von Torsten Teichmann, ARD-Studio Los Angeles

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. August 2018 u.a. um 05:30 Uhr und 06:00 Uhr.

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