Menschen, die im Zusammenhang mit illegalen Grenzübertritten in die USA in Gewahrsam genommen wurden | Bildquelle: dpa

US-Einwanderungspolitik 522 Kinder mit Eltern wiedervereint

Stand: 24.06.2018 09:21 Uhr

Mehr als 500 Einwandererkinder sind wieder bei ihren Eltern. Doch es ist fraglich, ob alle der mehr als 2300 Kinder, die im Zuge von Trumps "Null-Toleranz-Politik" von ihren Familien getrennt wurden, ihre Eltern wiedersehen.

Nach der Trennung von ihren Eltern im Zuge der sogenannten Null-Toleranz-Politik sind in den USA 522 Flüchtlingskinder wieder mit ihren Familien vereint worden. Das teilte das US-Heimatschutzministerium mit. Weitere 16 Kinder sollten noch im Laufe des Tages wieder mit ihren Eltern zusammengebracht werden.

Werden alle Kinder ihre Eltern wiedersehen?

Allerdings gingen die Grenzbehörden zugleich davon aus, dass eine kleine Anzahl von Kindern von ihren Familien getrennt bleiben werde, etwa wenn die Verwandtschaft nicht bestätigt werden könne, der Erwachsene eine Gefahr für das Kind darstelle oder kriminell sei.

In den vergangenen Wochen hatten die US-Behörden Kinder illegal eingewanderter Menschen aus Süd- und Mittelamerika konsequent von ihren Familien getrennt. Die Kinder wurden in Auffanglagern untergebracht, während ihre Eltern festgenommen wurden. Das Heimatschutzministerium hatte mitgeteilt, dass mindestens 2342 Kinder betroffen seien.

US-Präsident Donald Trump hatte seine eigene Vorgabe nach heftiger Kritik per Präsidentenerlass vorläufig beendet und damit ermöglicht, dass Kinder und Eltern gemeinsam inhaftiert werden können. Diese Regelung ist jedoch befristet und muss gesetzlich untermauert werden.

Donald Trump,  Kirstjen Nielsen und Mike Pence | Bildquelle: AFP
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Donald Trump nahm mit deinem Präsidentenerlass seine eigene Politik zurück.

Trump verteidigt erneut harte Linie

Bei einer Wahlkampfveranstaltung für die US-Kongresswahlen im November verteidigte Trump seine harte Linie gegenüber illegalen Migranten - erwähnte die Familientrennungen, die in den USA wie weltweit große Empörung ausgelöst hatten, jedoch nicht. "Wir müssen stark bei der Einwanderung sein", sagte er vor republikanischen Anhängern in Nevada. Er warf den Demokraten vor, für offene Grenzen zu sein. Die Republikaner seien dagegen für "starke Grenzen, keine Verbrechen".

Sein Besuch in Nevada wurde von Protesten begleitet: Mindestens 300 Menschen demonstrierten in Las Vegas gegen die Politik der Familientrennungen. Mit Blick auf die schockierenden Bilder von Kindern in käfigartigen Räumen trugen sie beispielsweise Schilder mit der Aufschrift: "Steckt Trump in einen Käfig."

Menschen mit Protestplakaten in Las vegas | Bildquelle: AP
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Bei einem Besuch Trumps in Las Vegas protestierten Menschen gegen seine "Null-Toleranz-Politik".

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 24. Juni 2018 um 07:00 Uhr.

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