Peter Strzok bei einer Anhörung im Capitol Hill | Bildquelle: AP

Russlandaffäre FBI entlässt Trump-Kritiker

Stand: 13.08.2018 21:33 Uhr

"Endlich gefeuert" - so hat US-Präsident auf die Entlassung von Peter Strzok aus dem FBI-Dienst reagiert. Strzok war an den Ermittlungen in der Russlandaffäre beteiligt und hatte Trump in privaten SMS kritisiert.

Ein FBI-Mitarbeiter, der mit kritischen Nachrichten über Donald Trump für Aufsehen gesorgt hat, ist nach Angaben seines Anwalts entlassen worden. Peter Strzok sei bereits am Freitag vom FBI gefeuert worden. Ein internes Disziplinarverfahren habe lediglich eine Suspendierung für 60 Tage sowie eine Herabstufung seines Dienstgrades empfohlen, sagte sein Anwalt Aitan Goelman dem Nachrichtenportal "Politico" und anderen US-Medien.

Das FBI wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Fall äußern. Trump schrieb auf Twitter, Strzok sei endlich gefeuert worden.

Im Team von Sonderermittler Mueller

Strzok war einer der Ermittler in der E-Mail-Affäre um die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton und war später beteiligt an der Russland-Untersuchung des Sonderermittlers Robert Mueller, die eine Verstrickung von Trumps Wahlkampflager in die mutmaßliche russische Einflussnahme auf die Präsidentschaftswahl 2016 prüft.

Strzok verließ das Team von Mueller im Juli 2017, nachdem Textnachrichten von ihm und der FBI-Anwältin Lisa Page, mit der er eine Affäre hatte, entdeckt wurden. In einer der Nachrichten aus dem Jahr 2016 schrieb Page, Trump werde doch hoffentlich niemals Präsident werden. Strzok antwortete: "Nein. Nein, wird er nicht. Wir werden das stoppen."

Trump: Ermittlungen gegen Clinton wieder aufnehmen

Trump sieht darin einen Beleg, dass die Ermittlungen in der Russland-Affäre politisch motiviert seien. In seiner Twitternachricht bekräftigte der Präsident, dass die Untersuchung ein "totaler Schwindel" sei. Er forderte zudem, dass die Untersuchung gegen Clinton wegen der Nutzung privater Server neu aufgerollt werden müsse.

Strzok wurde vor kurzem zehn Stunden vom Justizausschuss des US-Repräsentantenhauses befragt. Zu der Textnachricht sagte er, sie sei eine Reaktion auf beleidigende Äußerungen Trumps gegen die Familie eines gefallenen US-Soldaten gewesen.

FBI-Männer, die bereits gehen mussten

Strzok ist der dritte FBI-Mitarbeiter, der mit der Russlandaffäre befasst war und innerhalb eines Jahres entlassen wurde. Im März 2018 musste der frühere Vizedirektor Andrew McCabe gehen - unmittelbar vor seiner Pensionierung. McCabe gehörte zu den ersten Mitarbeitern in den Reihen des FBI, die untersucht hatten, ob Trump von der russischen Beeinflussung der Präsidentenwahl 2016 wusste. McCabe diente unter dem früheren FBI-Chef James Comey, den Trump bereits im Mai 2017 hinausgeworfen hatte.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. August 2018 um 23:32 Uhr.

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