Sanna Marin tritt vor die Presse, nachdem sie vom Parlament zur neuen Ministerpräsidentin Finnlands gewählt wurde. | Bildquelle: KIMMO BRANDT/EPA-EFE/REX

Finnlands neue Ministerpräsidentin Die jüngste Regierungschefin der Welt

Stand: 10.12.2019 15:31 Uhr

Sie ist 34 Jahre alt und seit heute die neue Ministerpräsidentin Finnlands. Das Parlament wählte Sanna Marin zur Regierungschefin. Innerhalb der Koalition ist Marin mit ihrem jungen Alter nicht allein.

Das finnische Parlament hat Sanna Marin zur neuen Ministerpräsidentin des Landes gewählt. Damit ist die 34-Jährige die jüngste Regierungschefin weltweit.

Marin wurde mit 99 zu 70 Stimmen im neuen Amt bestätigt. Insgesamt hat die finnische Eduskunta 200 Abgeordnetensitze, 30 Parlamentarier waren bei der Wahl abwesend. Kurz nach Marins Wahl begrüßte Präsident Sauli Niinistö das neue Kabinett offiziell im Amt.

Die Entwicklungen in Helsinki sind für den Rest Europas auch deshalb von Bedeutung, weil Finnland noch bis Ende 2019 den Vorsitz unter den EU-Staaten innehat. Zum 1. Januar 2020 geben die Finnen die EU-Ratspräsidentschaft an Kroatien weiter.

Sanna Marin zur neuen Ministerpräsidentin in Finnland gewählt
tagesthemen 22:15 Uhr, 10.12.2019

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Erst Stadtrat, dann Parteivize

Die politische Laufbahn der neuen Ministerpräsidentin umfasst noch nicht einmal zehn Jahre. Nach ihrem Master an der staatlichen Universität Tampere wurde sie 2012 - mit 27 Jahren - in den Stadtrat von Tampere gewählt.

Rund zwei Jahre später wurde die Tochter einer alleinerziehenden Mutter bereits zur stellvertretenden Vorsitzenden der sozialdemokratischen Partei gewählt. Diesen Posten behielt sie inne, bis sie am vergangenen Wochenende von ihrer Partei zur Nachfolgerin des bisherigen Ministerpräsidenten Antti Rinne bestimmt wurde.

Unter Rinne wurde Marin, die 2015 einen Sitz als Parlamentsabgeordnete erhalten hatte, zur Ministerin für Verkehr und Kommunikation.

Rinne nur ein halbes Jahr im Amt

Doch Anfang des Monats legte Rinne sein Amt als Regierungschef nach gerade einmal sechs Monaten nieder. Er war für seinen Umgang mit einem Poststreik in die Kritik geraten - der Koalitionspartner Zentrumspartei hatte ihm das Vertrauen entzogen. Im November waren die Mitarbeiter der Post aufgrund einer umstrittenen Reform, aufgrund derer sie Lohnkürzungen befürchteten, in den Streik getreten.

Zum Bruch der aus insgesamt fünf Parteien bestehenden Koalition wird der Wechsel an der Regierungsspitze aber voraussichtlich nicht führen. Bereits vor ihrer Bestätigung durch das Parlament hatte Marin betont, das gemeinsame Regierungsprogramm fortführen zu wollen - eine Zusage, die sie nach ihrer Wahl abermals betonte. Das Programm sei "der Leim", der die Koalition zusammenhalte. Nun müsse das Vertrauen zwischen den Koalitionspartnern mithilfe direkter Diskussionen wieder hergestellt werden.

Weibliche und junge Koalitionsspitze

In den Reihen ihres Regierungsbündisses ist Marin mit ihrem für das neue Amt noch recht jungen Alter nicht allein. Alle der vier weiteren Koalitionsparteien werden von Frauen geführt. Dabei sind die Vorsitzenden der Zentrumspartei, Katri Kulmuni, und der Linksallianz, Li Andersson, mit jeweils 32 Jahren sogar noch jünger als Marin. Die Innenministerin Maria Ohisalo von den Grünen ist 34 Jahre.

Die neue finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin (2. v.re.) mit ihren Koalitionspartnerinnen: Maria Ohisalo (re.), Li Andersson (li.) und Katri Kulmuni. | Bildquelle: via REUTERS
galerie

Junge Köpfe in der finnischen Koalition: Die neue finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin (2. v.re.) mit Maria Ohisalo (re.), Li Andersson (li.) und Katri Kulmuni.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 10. Dezember 2019 um 17.15 Uhr.

Darstellung: