Christos schwimmende Stege

Fast 1,3 Millionen Besucher Christos "Floating Piers" werden abgebaut

Stand: 03.07.2016 22:06 Uhr

Sie waren viel erfolgreicher als gedacht - die "Floating Piers" des Künstlers Christo. Trotzdem wird die gigantische Installation im italienischen Iseosee jetzt abgebaut. Schließlich ist es gerade seine Vergänglichkeit, die das Kunstwerk ausmacht.

Von Jan-Christoph Kitzler, ARD-Studio Rom

Am Ende sind viel mehr sind viel Besucher gekommen, als erwartet: Fast 1,3 Millionen sind nach Angaben der Organisatoren in den vergangenen 16 Tagen über das Wasser des Iseosees in Norditalien gelaufen. Ursprünglich hatten die Organisatoren mit weniger als der Hälfte gerechnet. Trotzdem werden die Floating Piers nun abgebaut.

Christo und seine 2009 verstorbene Gefährtin Jeanne-Claude hatten die erste Idee zu den "Floating Piers" bereits in den 1970er-Jahren. Bei der Eröffnung hatte Christo gesagt: Die Vergänglichkeit mache gerade das Kunstwerk aus - deswegen war eine Verlängerung von vornherein ausgeschlossen: "Wir machen das Projekt nicht für die Besucher. Wir machen das, wie Jeanne-Claude sagte, für alles. Es ist nutzlos, völlig irrational, die Welt kann gut ohne das leben. Jeanne-Claude und ich haben das sehr genossen. Und wir mussten es machen, so einfach ist das."

Christo spricht zu Pressevertretern
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"Die Stege sollten nicht auf Fotos angeschaut werden, sondern man muss über sie laufen", so Christo, ales er sein Projekt vorab der internationalen Presse vorstellte.

Offen für alle

220.000 Polyethylenwürfel waren auf dem See zusammengeschraubt und mit einem orange leuchtenden Stoff bezogen worden. So waren 16 Meter breite Stege entstanden - insgesamt drei Kilometer lang. Seit der Eröffnung am 18. Juni stand die gigantische Installation allen Besuchern Tag und Nacht offen. Immer wieder jedoch mussten die Stege wetterbedingt und wegen des großen Besucherandrangs gesperrt werden. Denn Geländer gab es auf den orangenen Stegen keine, zur Sicherheit der Besucher waren 150 Wachleute und 30 Rettungsschwimmer rund um die Uhr im Einsatz.

Christos erstes großes Projekt seit dem Tod von Jeanne-Claude ist somit ein großer Erfolg. Der 81-Jährige hatte auf eine schnelle Planung gedrängt - in weniger als zwei Jahren konnten die "Floating Piers" am Iseosee realisiert werden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. Juli 2016 um 20:00 Uhr.

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