Anti-Waffen-Demo in Fort Lauderdale | Bildquelle: REUTERS

Nach Massaker in Parkland Schüler für schärferes Waffenrecht

Stand: 18.02.2018 00:24 Uhr

Die Anteilnahme des US-Präsidenten nach dem Schul-Massaker in Parkland reicht den Schülern nicht. Auf einer Demo forderten Tausende Menschen ein schärferes Waffenrecht. Eine Schülerin griff Trump persönlich an.

Tausende Menschen haben nach dem Schulmassaker in Florida für schärfere Waffengesetze demonstriert. Unter den Teilnehmern der Kundgebung in Fort Lauderdale waren auch Dutzende Schüler der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland. Dort hatte ein 19-Jähriger am Mittwoch 17 Menschen erschossen.

Anti-Waffen-Demo in Fort Lauderdale | Bildquelle: AFP
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Emma Gonzalez kritisierte US-Präsident Donald Trump für seine Beziehungen zur Waffenlobby NRA.

19-Jährige kritisiert US-Präsident scharf

"Schämen Sie sich", rief Teilnehmerin Emma Gonzalez in Richtung US-Präsident Donald Trump. Ihm warfen die Demonstranten vor, im Präsidentschaftswahlkampf 2016 Gelder der National Rifle Association (NRA) angenommen zu haben. "Wenn der Präsident mir ins Gesicht sagt, dass das eine schreckliche Tragödie war (...) und dass man nichts tun kann, frage ich ihn, wie viel Geld er von der NRA bekommen hat", fügte Gonzalez, die Schülerin an der betroffenen Highschool ist, hinzu. "Ich weiß es: 30 Millionen Dollar." Das müsse aufhören, sagte die 19-Jährige.

Die Wutrede der Schülerin mit dem fast kahlrasierten Kopf wurde umgehend zum Renner in den sozialen Netzwerken. Ihr Name wurde im Kurzbotschaftendienst Twitter zu einem der Haupt-Schlagwörter.

Anti-Waffen-Demo in Fort Lauderdale | Bildquelle: AFP
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An der Demo in Fort Lauderdale nahmen neben Schülern der Marjory Stoneman Douglas High School auch andere Kritiker des US-Waffenrechts teil.

Mehrere Behörden waren gewarnt

Ein konkretes Motiv für seine Bluttat wurde bisher nicht bekannt. Derweil geraten die Behörden in den USA immer stärker unter Druck: Nicht nur ging das FBI konkreten Hinweisen auf den Schützen Nikolas C. nicht nach, der Jugendliche wurde nach einem verstörenden Video sogar von der Kinderfürsorge untersucht und für stabil erklärt, wie aus Unterlagen des Familienministeriums von Florida hervorgeht. Auch die örtliche Polizei wusste von dem Aggressionspotenzial des jungen Mannes: Seine Mutter hatte wegen seiner Gewaltausbrüche mehrmals die Polizei gerufen.

Bei C. wurde Autismus diagnostiziert, eine neurologische Erkrankung, die oft zu Isolation und Problemen im Umgang mit anderen Menschen führt, sowie die Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung ADHS.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Februar 2018 um 01:35 Uhr.

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