Migranten in Ceuta heißen die neu angekommenen Migranten willkommen. | Bildquelle: REUTERS

Spanische Exklave in Marokko Migranten überwinden Grenzzaun

Stand: 22.08.2018 15:02 Uhr

Mehr als 100 Migranten haben den Grenzzaun zwischen Marokko und der spanischen Exklave Ceuta überwunden. Sieben spanische Polizisten wurden bei dem Versuch, die andrängenden Menschen abzuwehren, verletzt.

Bei dem Versuch, in die EU zu flüchten, haben 115 afrikanische Migranten den Grenzzaun der spanischen Exklave Ceuta in Marokko überwunden. Es sei ihnen gelungen, gewaltsam den sechs Meter hohen doppelten Grenzzaun zu überwinden, sagte ein Sprecher der Regierungsvertretung in Ceuta. Insgesamt hätten 300 Migranten versucht, den Zaun zu stürmen, viele jedoch ohne Erfolg.

Spanischen Rundfunkberichten zufolge musste das Rote Kreuz mehrere Flüchtlinge medizinisch versorgen. Sie hatten sich Schnittwunden an den scharfen Klingen des Stacheldrahts zugezogen. Andere durchschnitten mit Scheren Teile des Zauns, zitierte die Zeitung "El País" einen Polizisten. Die Migranten seien dabei "gewaltsam und aggressiv" vorgegangen.

Polizisten mit Säure verletzt

Sieben Polizisten seien durch Löschkalk und Säure verletzt worden, als sie versucht hätten, den Grenzübertritt zu verhindern, teilte die Polizeieinheit Guardia Civil per Twitter mit.

Die Flüchtlinge wurden den Angaben zufolge im Anschluss in das Aufnahmelager von Ceuta gebracht, das immer noch überfüllt ist, nachdem bereits im Juli mehr als 600 Flüchtlinge den Zaun überwinden konnten.

Spanien verfügt in Nordafrika über zwei Exklaven, die beide von Marokko beansprucht werden: Ceuta an der Meerenge von Gibraltar und das 250 Kilometer weiter östlich gelegene Melilla. In der Nähe der beiden Gebiete warten Zehntausende Afrikaner auf eine Gelegenheit, in die EU zu gelangen.

Über dieses Thema berichtete am 22. August 2018 Deutschlandfunk um 14:00 Uhr und NDR Info um 14:15 Uhr.

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