Helfer an der Absturzstelle, Iran | Bildquelle: AP

Flugzeugunglück mit 176 Toten Absturz im Iran - auch Deutsche unter Opfern

Stand: 08.01.2020 12:29 Uhr

Bei dem Flugzeugabsturz im Iran sind auch drei deutsche Passagiere ums Leben gekommen. Das teilte das ukrainische Außenministerium mit. Insgesamt starben bei dem Crash der ukrainischen Maschine 176 Menschen.

Unter den Opfern des Flugzeugabsturzes im Iran sollen auch drei Deutsche sein. Das teilte der ukrainische Außenminister Wadim Pristaiko mit. Das Auswärtige Amt hat das bislang nicht bestätigt. Aus Berlin hieß es, man prüfe den Sachverhalt. "Unsere Botschaft in Teheran bemüht sich mit Hochdruck um Aufklärung", teilte das Ministerium mit.

Insgesamt 176 Tote

Am Morgen war eine ukrainische Passagiermaschine in der Nähe des Imam-Chomeini-Flughafens der iranischen Hauptstadt Teheran abgestürzt. Nach Angaben der Hilfsorganisation Iranischer Halbmond und des iranischen Staatsfernsehens kamen alle Insassen ums Leben. Insgesamt wurden 176 Menschen getötet, darunter 167 Passagiere und neun Crew-Mitglieder.

Das ukrainische Außenministerium bestätigte den Absturz und den Tod aller Reisenden. Insgesamt waren demnach elf ukrainische Staatsangehörige an Bord, darunter alle neun Crew-Mitglieder. Außerdem seien 63 Kanadier, Menschen aus Schweden, Afghanistan und Großbritannien sowie zahlreiche Iraner umgekommen.

Trümmer der ukrainischen Passagiermaschine, die im Iran abgeschossen wurde | Bildquelle: AFP
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Die Ursache des Unglücks ist noch unklar.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigte sich erschüttert. Er brach einen Staatsbesuch im Oman vorzeitig ab, um nach Kiew zurückzukehren. Den Hinterbliebenen sprach er sein Mitgefühl aus: "Mein aufrichtiges Beileid an die Familien und Freunde aller Passagiere und Besatzungsmitglieder." Er warnte vor Spekulationen über die Absturzursache. Die zuständigen Behörden würden den Fall sorgfältig aufarbeiten - auch juristisch. "Ich habe den Generalstaatsanwalt angewiesen, ein Strafverfahren zu eröffnen", sagte der Politiker.

Keine Überlebenden bei Absturz von ukrainischem Flugzeug
tagesschau 12:00 Uhr, 08.01.2020, Bernd Niebrügge, BR

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Ukraine zieht Erklärung zur Absturzursache zurück

Medien zufolge war die Maschine der Ukraine International Airlines auf dem Weg von Teheran nach Kiew und stürzte kurz nach dem Abflug ab. Die iranische Luftfahrtbehörde führte den Crash auf einen technischen Defekt zurück, wie der iranische Nachrichtensender Chabar berichtete. Die Maschine sei in Brand geraten, sagte der Chef der iranischen Rettungskräfte im Fernsehen. Weitere Erkenntnisse erhoffen sich die Rettungskräfte vom Flugschreiber, der mittlerweile gefunden wurde.

Auch die ukrainische Botschaft im Iran erklärte, der Absturz sei auf einen Triebwerksdefekt und nicht auf einen Angriff zurückzuführen. "Terrorismus" sei nicht die Ursache des Absturzes. Inzwischen distanziert sich die Ukraine von dieser Erklärung. In einer neuen Stellungnahme hieß es, die Ursachen des Absturzes seien nicht ermittelt. Frühere Einschätzungen dazu seien nicht offiziell gewesen.

Die Fluggesellschaft Ukraine International Airlines erklärte, das Flugzeug sei technisch in einwandfreiem Zustand gewesen und zuletzt vor zwei Tagen gewartet worden. Dennoch werde man nun die gesamte Flotte noch einmal genau untersuchen.

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Airlines meiden Luftraum

Ein Zusammenhang zu dem militärischen Konflikt zwischen dem Iran und den USA besteht demnach nicht. Dennoch reagieren einige Airlines und meiden die Region für Überflüge. So erklärte etwa die Lufthansa: "Wir überfliegen derzeit weder Iran noch Irak."

Kurz nach den iranischen Raketenangriffen auf Militärstützpunkte im Irak hatte die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA US-Flugzeugen die Nutzung des Luftraums in Teilen des Nahen Ostens untersagt. Über dem Persischen Golf, dem Golf vom Oman, im Irak und im Iran dürften in den USA registrierte Flugzeuge "wegen erhöhter militärischer Aktivitäten und steigender politischer Spannungen" nicht mehr operieren, hieß es in einer Mitteilung. Es gebe ein erhöhtes Risiko, dass ein Flugobjekt falsch identifiziert werde.

Ukrainisches Passagierflugzeug bei Teheran abgestürzt
Christina Nagel, ARD Moskau
08.01.2020 07:17 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. Januar 2020 um 10:00 Uhr.

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