Demo gegen Antisemitismus in Paris  | Bildquelle: IAN LANGSDON/EPA-EFE/REX

Tausende in Paris Protest gegen antisemitische Hetze

Stand: 20.02.2019 02:45 Uhr

Die Zahl judenfeindlicher Angriffe in Frankreich ist alarmierend - am Abend versammelten sich nun mehr als 20.000 Menschen in Paris, um die Werte der Republik gegen antisemitische Hetze zu verteidigen.

Von Barbara Kostolnik, ARD-Studio Paris

"Es reicht, das muss aufhören", sagt Evelyne, kurze blonde Haare, fester Blick. "Wir müssen dem Antisemitismus den Garaus machen, dem ganzen Hass in welcher Form auch immer, deswegen sind wir hier, das ist unerträglich."

Die sozialistische Partei hatte zu der Demonstration aufgerufen, nicht nur in Paris, in ganz Frankreich sollte die Nation Flagge zeigen, Flagge gegen den zunehmenden Antisemitismus.

Auch Jean-Pierre ist diesem Aufruf gefolgt: Diese Taten seien skandalös, auch wenn nur eine kleine Minderheit dafür verantwortlich sei, aber es werde höchste Zeit, dass sich die Mehrheit davon distanziere, meint er.

Franzosen demonstrieren gegen Antisemitismus
tagesthemen 22:30 Uhr, 19.02.2019, Sabine Rau, ARD Paris

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Marine Le Pen unerwünscht

Der Versammlung ferngeblieben war das rechtsextreme Rassemblement National, Marine Le Pen hatte man nicht eingeladen. Dafür waren andere Parteien vertreten. "Ich bin Kommunist", sagt der 22-jährige Viktor, "und ich verurteile den Rassismus, den Antisemitismus, wo auch immer er herkommt, und ich bin hier, um meine jüdischen Freunde zu unterstützen, die von diesen antisemitischen Attacken bedroht werden."

Die antisemitischen Attacken häufen sich in Frankreich. Just am Tag des großen Rassemblements, als sich die Republik gegen die Hass-Verbrechen stellen will, schmieren Unbekannte Hakenkreuze auf die Gräber des jüdischen Friedhofs von Quatzenheim im Elsass.

"Ich bin Elsässer, wohne drei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt", sagt Antoine. Die elsässische Geschichte sei ohnehin besonders, meint er, die Schändung des jüdischen Friedhofs erinnere an die dunkelsten Stunden der elsässischen Geschichte, der Geschichte Europas, das wolle man nicht noch einmal erleben.

Bildung gegen Antisemitismus

Wie aber kann der Antisemitismus gestoppt werden? Indem 20.000 Französinnen und Franzosen Flagge zeigen? Sicher nicht nur. Aber es sei immerhin ein Anfang, meint Céline Calvez, Abgeordnete der Präsidentenpartei En Marche und gerade von einer Reise nach Auschwitz zurück.

Proteste gegen Antisemitismus in Paris. | Bildquelle: AP
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Auf der Place de la République protestieren Tausende gegen Antisemitismus in Paris.

"Ich habe von diesem Abend mitgenommen, dass man in dem Moment, in dem man Hassparolen gegenüber Juden hört, die Ohren spitzt, nicht weghört, sondern sich einmischt, und das haben die Franzosen hier heute Abend getan - und das müssen auch die Schulen verstärkt lehren", fordert Calvez.

Welche Rolle spielen "Gelbwesten"?

Bildung gegen den Hass sei sicher eine gute Idee, glaubt auch Pierre. Er ist Jude und trägt eine schwarze Baseball-Kappe auf dem Kopf. "Ich bin Sohn von Deportierten", erzählt er, "und was sich gerade in Frankreich abspielt, ist unerträglich." Er habe keine Erklärung, es gebe die französischen antisemitischen Wurzeln und die islamistischen antisemitischen Wurzeln, die dieses Chaos verursachten.

Hat er keine Angst? "Doch, das macht mir Angst, aber noch mehr lässt es mein Herz zerspringen."

Bei der Versammlung in Paris waren auch einige gelbe Westen dabei, zuletzt hatte es im Zuge der Samstags-Demonstrationen vermehrt antisemitische Ausschreitungen gegeben. Frédéric aber will nichts davon wissen, dass Gelbe Westen den Antisemitismus befeuern. "Das hat es schon vor der Gelbe-Westen-Bewegung gegeben. Es waren nicht die Gelben Westen, die den Antisemitismus erfunden haben."

Frankreichs Republik zeigt Flagge gegen Antisemitismus
Barbara Kostolnik, ARD Paris
19.02.2019 23:42 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 19. Februar 2019 um 22:30 Uhr.

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