Eine provisorische Durchgangssperre mit Flatterband als Schutzmaßnahme für den Busfahrer ist in einem Bus in Frankreich angebracht worden (Symbolbild). | Bildquelle: dpa

Frankreich Busfahrer nach Angriff gestorben

Stand: 10.07.2020 20:01 Uhr

Der in Frankreich bei einem brutalen Angriff schwer verletzte Busfahrer ist gestorben. Der Mann war bereits vor Tagen für hirntot erklärt worden. Er war attackiert worden, weil er auf der Maskenpflicht im Bus bestanden hatte.

Ein bei einem brutalen Angriff schwer verletzter Busfahrer in Frankreich ist tot. Ihr Vater sei am Nachmittag gestorben, teilte die Tochter mit. "Wir haben beschlossen, ihn gehen zu lassen. Die Ärzte waren dafür und wir auch", sagte sie der Nachrichtenagentur AFP. Der Busfahrer war zu Beginn der Woche hirntot erklärt worden und befand sich in einem Krankenhaus.

Der Angriff auf den Ende 50 Jahre alten Mann hatte in Frankreich für Entsetzen gesorgt. Berichten zufolge hatte der Fahrer am Sonntag im nahe der Grenze zu Spanien gelegenen Bayonne mehrere Menschen an einer Haltestelle zurückgewiesen. Sie wollten demnach trotz Maskenpflicht ohne Schutzmasken und gültige Fahrscheine in den Bus einsteigen.

Die Zurückgewiesenen griffen den Busfahrer an; er wurde heftig auf den Kopf geschlagen. Vier Tatverdächtige wurden Berichten zufolge festgenommen. Gegen zwei von ihnen, einem 22- und einen 23-Jährigen, wird demnach wegen versuchten Totschlags ermittelt, gegen die zwei weiteren Verdächtigen wegen unterlassener Hilfeleistung.

Veronique Monguillot, Ehefrau von Philippe Monguillot, einem Busfahrer der angegriffen wurde, hält ein Foto von ihr mit ihrem Ehemann während eines Protestmarsches. | Bildquelle: dpa
galerie

Aus Protest und Anteilnahme gingen am Mittwoch Tausende in Weiß auf die Straße.

Innenminister kondoliert

Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin sprach den Angehörigen und Kollegen des Mannes sein Beileid aus. "Diese abscheuliche und feige Tat darf nicht ungestraft bleiben", schrieb Darmanin auf Twitter.

Am Mittwochabend hatten sich in Bayonne rund 6000 Teilnehmer zu einem Marsch für den Busfahrer und seine Angehörigen versammelt. In mehreren Städten gab es in Bussen und Trams eine Schweigeminute für ihn. Innenminister Darmanin kündigte an, am Samstag nach Bayonne zu reisen, um eine Bestandsaufnahme der Sicherheit in der Stadt vorzunehmen und sich mit Fahrern und Gewerkschaftsvertretern des öffentlichen Verkehrs zu treffen.

Über dieses Thema berichtete die Sendung "Brisant" am 07. Juli 2020 um 17:15 Uhr.

Darstellung: