Corona-Lage in Frankreich Die Zahlen steigen und steigen

Stand: 26.03.2021 19:47 Uhr

Die Zahl der Neuinfektionen steigt in Frankreich stetig - trotz strenger Auflagen. Viele Intensivstationen sind voll. Trotzdem gilt nicht im ganzen Land ein Lockdown.

Von Christina Erdkönig, ARD-Studio Paris

In Frankreich steigen die Corona-Zahlen täglich weiter an. Heute wurden fast 42.000 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Frankreich insgesamt bei über 300.

Die französische Regierung hangelt sich mit regionalen Teil-Lockdowns von Woche zu Woche. Erst am Donnerstag wurden weitere Gebiete mit strengeren Regeln belegt, zum Beispiel im Departement Rhone um die Stadt Lyon.

Strenge Regeln für 20 Millionen Menschen

Für weit mehr als 20 Millionen Franzosen - vor allem in der Region Paris und Teilen Nordfrankreichs - gelten schon seit letzten Samstag strengere Regeln. Dort sind die meisten Geschäfte geschlossen. Die Menschen dürfen sich nur in einem Zehn-Kilometer-Radius um ihre Wohnung bewegen.

Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran erklärt, warum es keinen Lockdown für ganz Frankreich gibt: Das Virus habe sich in den Gebieten unterschiedlichen ausgebreitet. Zum Beispiel sei das Departement Finistère in der Bretagne zehn Mal weniger betroffen als die Département Seine-Saint-Denis im Großraum Paris.

"Wir müssen schauen, welche Corona-Auflagen wo Sinn machen, denn die Menschen sind nach einem Jahr Pandemie müde und wir müssen genau schauen, was auch von der Bevölkerung noch mitgetragen wird."

Schulbetrieb soll weiterlaufen

Weiter hält die französische Regierung an der Linie fest, die Schulen offenzulassen. Außer den Gymnasien, die Wechselunterricht anbieten, läuft der Schulbetrieb - allerdings mit strengen Hygieneregeln. Rund 150.000 Speicheltests werden pro Woche durchgeführt.

Doch der Druck auf die Regierung wächst, die Schulen zu schließen. Gesundheitsminister Véran betonte jedoch, dass die Schulen für die junge Generation offengehalten würden. Die Regierung werde die Schulen nur schließen, "wenn wir keine andere Möglichkeit mehr haben".

Intensivstationen stark belegt

Die Intensivstationen in Frankreich haben teilweise wieder ihre Auslastungsgrenze erreicht. Mehr als 4700 Menschen werden im Moment beatmet. Auch die Situation in den Krankenhäusern werde in den kommenden Tagen entscheiden, wie es weitergeht, machte Präsident Macron klar:

"Wir werden in den nächsten Wochen und Tagen neue Maßnahmen ergreifen müssen. Ich möchte Ihnen trotzdem eine Perspektive geben, etwas Hoffnung. Wegen der Impfungen können wir unsere Ziele erreichen, aus der Pandemie zu kommen."

Menschen warten in einem Impfzentrum bei Paris auf ihre Impfung. | Bildquelle: REUTERS
galerie

Hoffnung auf einen schnellern Impffortgang - Warteraum in einem Impfzentrum in Paris.

Impfen in Vaccinodroms

In Frankreich setzt man große Hoffnung auf die Impfkampagne. In Hausarztpraxen, Impfzentren und seit Neustem auch in Apotheken wird geimpft.

Fast sieben Millionen Franzosen haben ihre erste Dosis bekommen und ab April sollen in Fußballstadien in ganz Frankreich sogenannte Vaccinodroms enstehen. Dann soll auch dort mit Hilfe von Feuerwehrleuten im großen Stil geimpft werden.  

Corona-Lage in Frankreich angespannt
Christina Erdkönig, ARD Paris
26.03.2021 14:44 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 26. März 2021 um 15:18 Uhr.

Darstellung: