Auschwitz

Frankreich und USA schließen Abkommen Millionen für Holocaust-Überlebende

Stand: 05.12.2014 18:43 Uhr

Paris wird Holocaustopfer in den USA mit insgesamt 60 Millionen Dollar (48 Millionen Euro) entschädigen, die während der NS-Zeit von Frankreich aus in die deutschen Vernichtungslager deportiert wurden. Diese Vereinbarung zwischen Frankreich und den USA über den Entschädigungsfonds werde am Montag in Washington unterzeichnet, teilte das Pariser Außenministerium mit. Der Vertrag muss noch vom französischen Parlament bestätigt werden.

Das Ministerium sprach von einer neuen Etappe bei der Entschädigung von Opfern der Nazizeit. Mit dem Geld sollen Überlebende des Holocausts aus den USA und anderen Ländern mit jeweils etwa 100.000 Dollar entschädigt werden.

76.000 Juden deportiert

Die französische Staatsbahn SNCF hatte in den Jahren 1942 bis 1944 unter dem Zwang des Vichy-Regimes etwa 76.000 Juden in Güterwaggons in die Vernichtungslager transportiert. Nur rund 3000 von ihnen überlebten den Holocaust.

Frankreich will mit der Vereinbarung die Bereitschaft beweisen, auch Deportierte zu entschädigen, die wegen ihrer Nationalität bisher keine Gelder erhalten konnten. Der Fonds wird von der amerikanischen Seite verwaltet. Die Behörden dort sollen die Anträge auf Entschädigung prüfen und dabei wegen des fortgeschrittenen Alters der Überlebenden zügig vorgehen.

Mit dieser Vereinbarung fast sieben Jahrzehnte nach Kriegsende würden die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Frankreich und den USA gestärkt, betonte das Pariser Außenministerium. Symbolischen Charakter habe, dass sie vor den Gedenkfeiern zur Befreiung der Konzentrationslager vor 70 Jahren erreicht worden sei.

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