Gérard Collomb | Bildquelle: AFP

Frankreich Macron akzeptiert Collombs Rücktritt

Stand: 03.10.2018 02:41 Uhr

Eigentlich hatte er ihn noch halten wollen, doch nun lässt Frankreichs Präsident Macron seinen Vertrauten ziehen: Innenminister Collomb verlässt die Regierung. Er will 2020 wieder Bürgermeister von Lyon werden.

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron hat nun doch den Rücktritt seines Innenministers Gérard Collomb angenommen. Bis ein Nachfolger für den 71-Jährigen gefunden ist, soll sich Premierminister Edouard Philippe um das Innenressort kümmern, wie der Elysée-Palast bekannt gab.

Zuvor hatte Collomb gegen den ausdrücklichen Willen Macrons darauf beharrt, die Regierung verlassen zu dürfen. Der 71-Jährige hatte der Zeitung "Le Figaro" gesagt, dass er ein von Macron zuvor abgelehntes Rücktrittsangebot aufrecht erhalte.

Gérard Collomb und Emmanuel Macron | Bildquelle: AFP
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Gehen künftig getrennte Wege: Gérard Collomb und Emmanuel Macron.

Collomb will wieder Bürgermeister werden

Collomb stand in der Kritik, seitdem er Mitte September angekündigt hatte, im kommenden Jahr aus der Regierung ausscheiden zu wollen. Ein Innenminister solle sich auf sein Amt fokussieren und nicht auf die Vorbereitung auf eine Kampagne für einen anderen Posten, so Oppositionspolitiker. Collomb will 2020 bei der Kommunalwahl in Lyon antreten, wo er lange Bürgermeister war. Dieses Amt strebt er nun wieder an.

Weiterer Rückschlag für Macron

Die Entscheidung der Nummer zwei der Regierung ist ein weiterer Schlag für Macron, nachdem erst vor rund einem Monat Umweltminister Nicolas Hulot überraschend zurückgetreten war. Der Innenminister galt lange als Schwergewicht der Regierung.

Der frühere Sozialist Collomb ist ein Macron-Vertrauter der ersten Stunde: Er unterstützte den sozialliberalen Politiker maßgeblich beim Aufbau seiner Bewegung En Marche (In Bewegung) und im Präsidentschaftswahlkampf. Zuletzt hatte er aber auch Kritik am Präsidenten und an der Regierung geübt und einen "Mangel an Demut" angeprangert. 

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. Oktober 2018 um 01:00 Uhr in den Nachrichten.

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