Frankreichs Präsident Macron ehrt Hunderte Feuerwehrleute und Helfer im Elysée-Palast. | Bildquelle: AFP

Nach Brand Frankreich ehrt Notre-Dame-Retter

Stand: 18.04.2019 23:35 Uhr

"So wie Sie sollten wir alle sein" - mit diesen Worten hat Frankreichs Präsident Macron den Hunderten Helfern gedankt, die Notre-Dame vor der Zerstörung bewahrten. Überschattet wurde die Ehrung von Kritik an prominenten Spendern.

Nach dem verheerenden Brand in Frankreichs Monument Notre-Dame hat Präsident Emmanuel Macron Hunderten Einsatzkräften eine Medaille für ihren "beispielhaften" Mut verliehen. Macron empfing Feuerwehrleute, Polizisten, Mitarbeiter des Roten Kreuzes und des Zivilschutzes im Elysée-Palast. "Sie haben uns beispielhaft gezeigt, wie wir alle sein sollten", sagte der Präsident. Die ganze Welt habe live am Fernseher verfolgen können, mit welchem Einsatz die Retter Notre-Dame in der Nacht zu Dienstag vor einem Einsturz bewahrt hätten. 

Auch die Stadt Paris ehrte die rund 600 Einsatzkräfte mit einem Festakt auf dem Vorplatz des Rathauses. Bürgermeisterin Anne Hidalgo lobte den "grenzenlosen Mut" der Feuerwehrleute und sprach ihnen ihre "unendliche Dankbarkeit" aus. Unter Einsatz ihres Lebens hätten sie "einen Teil von uns" gerettet. Hidalgo kündigte an, die Einsatzkräfte als Ehrenbürger von Paris vorzuschlagen.

Spenden reicher Unternehmer in der Kritik

Überschattet wurden die Feierlichkeiten von einem Streit um die Spenden. Linke Parteien, Gewerkschaftsführer und Aktivisten der Protestbewegung der "Gelbwesten" warfen reichen Unternehmern vor, den Brand in Notre-Dame für eine "PR-Aktion" zu ihren Gunsten zu nutzen.

Der Chef des Luxusgüterkonzerns LVMH um die Marken Louis Vuitton, Dior und Fendi, Bernard Arnault, wies die Vorwürfe zurück: "Es ist bestürzend, dass man in Frankreich kritisiert wird, wenn man sich (für das Gemeinwohl) einsetzt", sagte er unter dem Applaus von Hunderten Aktionären bei der Hauptversammlung seines Unternehmens. Arnault kündigte an, seine Spende nicht steuerlich geltend zu machen.

Ähnlich hatte sich zuvor bereits die Milliardärsfamilie Pinault geäußert, die 100 Millionen Euro für die Instandsetzung von Notre-Dame bereitstellen will. Insgesamt sind bereits rund 850 Millionen Euro zugesagt, der Großteil von Superreichen und Firmen.

Pläne zum Wiederaufbau der Kathedrale Notre-Dame
tagesschau 20:00 Uhr, 17.04.2019, Mathias Werth, ARD Paris

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Auch IOC spendet

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) will eine halbe Million Euro spenden, wie Präsident Thomas Bach ankündigte. Damit solle sichergestellt werden, dass die Arbeiten an der Kathedrale bis zu den Olympischen Sommerspielen in Paris 2024 beendet werden könnten, sagte er. Dieses Ziel hat Präsident Macron ausgegeben.

Mit der Leitung des Wiederaufbaus beauftragte Frankreichs Präsident den Fünf-Sterne-General Jean-Louis Georgelin. Der 70-Jährige sagte der Nachrichtenagentur AFP, er sehe die Aufgabe als "Kampf". Er werde "alle Teilnehmer für die Schlacht mobilisieren", damit der Wiederaufbau innerhalb von fünf Jahren abgeschlossen werden könne.

Frankreichs Rechtspopulisten warnten vor einer übertriebenen Modernisierung von Notre-Dame. Im Gespräch sind unter anderem ein feuerfestes Stahldach statt des abgebrannten Dachstuhls aus Holz und ein gläserner Ersatz für den eingestürzten Spitzturm. "Wir sollten diesen Wahnsinn stoppen", sagte der Spitzenkandidat für die rechtspopulistische Rassemblement National, Jordan Bardella. Der 23-jährige Mitarbeiter von Marine Le Pen forderte "absoluten Respekt für das französische Erbe". 

AP berichtet von Kurzschluss als Ursache

Notre-Dame wurde im Laufe ihres mehr als 850-jährigen Bestehens mehrfach modernisiert, zuletzt im 19. Jahrhundert - aus dieser Zeit stammte auch der eingestürzte Turm des Architekten Eugène Viollet-le-Duc. Zunächst stehen jedoch weitere Arbeiten zur Sicherung der Kathedrale an. Laut Kulturminister Franck Riester wurden unter anderem beschädigte Stellen am Kirchenschiff sowie am südlichen Glockenturm verstärkt. 

Die Brandursache am vergangenen Dienstag ist bisher nicht geklärt. Ermittler gehen davon aus, dass die Katastrophe auf einem Unfall beruht. Laut Nachrichtenagentur AP gehen Pariser Ermittler von einem Kurzschluss als Ursache aus. Dies sei nach dem bisherigen Stand höchst wahrscheinlich, sagte ein Polizeibeamter.

Der Brand war am Montagabend im Dach ausgebrochen und hat den Dachstuhl weitgehend zerstört. Der spitze Vierungsturm stürzte ein. Mehr als 400 Feuerwehrleute konnten die Struktur des Gebäudes retten, dessen Bau im 12. Jahrhundert begonnen wurde. Das Ausmaß der Schäden muss aber noch weiter begutachtet werden.

Pariser Feuerwehrleute berichten vom Notre-Dame-Brand
Matthias Zahn, ARD Berlin
19.04.2019 08:28 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 18. April 2019 um 23:30 Uhr.

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