Gare du Nord in Paris | Bildquelle: AP

Streiks in Frankreich Kein Zug wird kommen

Stand: 24.12.2019 15:08 Uhr

Kein Pardon für Weihnachtsreisende: In Frankreich durchkreuzt das streikbedingte Chaos im öffentlichen Verkehr die Pläne Zehntausender Menschen. Die knapp drei Wochen Streik bescherten der Bahn bislang Umsatzeinbußen von 400 Millionen Euro.

Heiligabend ist der 20. Protesttag gegen die geplante Rentenreform in Frankreich. Auch für den Weihnachtsreiseverkehr machten die Streikenden keine Ausnahmen. So verkehrten nur 40 Prozent der TGV-Schnellzüge regelmäßig, wie die Verkehrsgesellschaft SNCF mitteilte. Im Bahnverkehr nach Deutschland war ein Zug von sonst drei üblichen unterwegs, wie die SNCF mitteilte.

In Paris fuhren nur die beiden automatisch betriebenen Linien im üblichen Takt. Zehntausende Franzosen, die die Feiertage mit ihren Familien verbringen wollten, saßen wegen ausfallender Züge fest.

Im Nahverkehr waren nach SNCF-Angaben nur rund 20 Prozent der Züge im Einsatz. Ab dem Nachmittag werde der Nahverkehr von Paris in die Vorstädte komplett eingestellt, erklärte die Verkehrsgesellschaft. Reisende sind ratlos. Auch Taxis sind Mangelware. Pendler brauchen häufig das Dreifache an Zeit für den Weg zur Arbeit.

Massive Zugausfälle in Frankreich auch über Weihnachten
tagesschau 20:00 Uhr, 24.12.2019

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400 Millionen Euro weniger Umsatz

Für den Bahnkonzern SNCF ist das Streikchaos eine teure Angelegenheit. Streikende Mitarbeiter bescheren dem Unternehmen eine Umsatzeinbuße von bisher rund 400 Millionen Euro. "Das ist bereits eine beachtliche Summe", sagte SNCF-Chef Jean-Pierre Farandou der Online-Ausgabe der französischen Tageszeitung "Le Monde". Der Topmanager gab zu bedenken, dass der seit knapp drei Wochen andauernde Konflikt um die Rentenreform der Regierung nicht beendet sei. Deshalb sei es für eine endgültige Bilanz zu früh.

Er hoffe auf eine Verbesserung für die Bahnreisenden Anfang Januar, sagte der SNCF-Chef. Am Vorweihnachtswochenende habe die Bahn immerhin 800.000 Fahrgäste befördert.

Zwar unterstützt ein Großteil der Franzosen weiterhin den Streik der Gewerkschaften, doch die Zustimmung sank zuletzt um drei Prozentpunkte auf 51 Prozent, wie eine Umfrage des Instituts Ifop ergab. Und ein Ende des Arbeitskampfes ist nicht in Sicht. Gespräche der Regierung mit den Gewerkschaften sind auf Januar vertagt worden.

Streikende an der SNCF-Zentrale in Saint-Denis bei Paris. | Bildquelle: AFP
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Streikende an der SNCF-Zentrale in Saint-Denis bei Paris.

Macrons Appelle verhallen ungehört

Staatschef Emmanuel Macron und die Mitte-Regierung hatten zu einer Streikpause zu Weihnachten aufgerufen - aber vergeblich. Die Gewerkschaften kündigten an, auch über die Feiertage hinweg protestieren zu wollen. Es gebe "keinen Grund", den Streik "plötzlich" einzustellen, sagte der Generalsekretär der Eisenbahnergewerkschaft CGT, Laurent Brun, der kommunistischen Zeitung "L'Humanité".  

Die Rentenreform ist das zentrale Reformversprechen von Macron. Er will das komplizierte System mit 42 verschiedenen Regelungen vereinheitlichen und das Milliarden-Defizit der Rentenkassen abbauen. Besonders umstritten ist die faktische Anhebung des Eintrittsalters von derzeit 62 auf künftig 64 Jahre.

Die Reform werde auch Staatschef Macron selbst betreffen, wie Élyséekreise bestätigten. Demnach will er nicht eine besondere Rente erhalten, die Staatschefs nach ihrem Ausscheiden eigentlich zusteht. Stattdessen will er auch Teil des Universalsystems sein, das für alle Franzosen gelten soll. Es gehe darum, ein Beispiel zu geben und konsequent zu sein. Laut Informationen der Nachrichtenagentur AFP beträgt die Sonderrente monatlich rund 6200 Euro brutto.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. Dezember 2019 um 15:00 Uhr.

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