Papst Franziskus überbringt während der Heiligabend-Messe im Petersdom seine Weihnachtsbotschaft. | Bildquelle: dpa

Christmette im Vatikan Papst kritisiert Gier nach Konsum

Stand: 25.12.2018 02:34 Uhr

Der Mensch sei gierig und unersättlich geworden, sagte Papst Franziskus bei der Christmette im Petersdom. Doch nicht die Gier, sondern die Nächstenliebe nähre das Leben.

Von Tassilo Forchheimer, ARD-Studio Rom

Am Beginn der Christmette im Petersdom stand ein traditioneller Gesang mit einem Text aus dem Märtyrerverzeichnis der Katholischen Kirche: Unter dem 25. Dezember wird hier über die Geburt von Jesus Christus als historisches Ereignis berichtet.

Kurz darauf erstrahlte der Petersdom in seiner ganzen goldenen Pracht - in diesem Jahr prächtiger denn je, denn die Papstbasilika hat eine neue Innenbeleuchtung erhalten. Mehr als 100.000 LEDs wurden dazu verbaut.

Die hochmodernen und besonders energiesparenden Scheinwerfer kommen aus Deutschland. Offiziell soll die neue Anlage erst Ende Januar in Betrieb gehen. Für die Christmette machte der Vatikan eine Ausnahme.

Jesus Christus als Licht der Welt. Das ist die Symbolik des christlichen Weihnachtsfestes, in dessen Zentrum das Christkind steht - als Zeichen der Liebe Gottes zu den Menschen.

Papst Franziskus feiert Christmette im Petersdom
tagesschau 10:20 Uhr, 25.12.2018, Ellen Trapp, ARD Rom

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Aufruf gegen Konsumwahn

Die Predigt von Papst Franziskus war an mehreren Stellen als Aufruf gegen den Konsumwahn und als Appell für mehr Mitmenschlichkeit zu verstehen. "Wenn wir auf die Krippe schauen, verstehen wir, dass das, was das Leben nährt, nicht der Besitz, sondern die Liebe ist", sagte Franziskus. "Nicht die Gier, sondern die Nächstenliebe. Nicht der Überfluss, den man zur Schau stellt, sondern die Einfachheit, die man sich bewahrt."

Der Mensch sei "gierig und unersättlich" geworden. "Das Haben, das Anhäufen von Dingen scheint für viele der Sinn des Lebens zu sein. Eine unersättliche Gier durchzieht die Menschheitsgeschichte, bis hin zu den Widersprüchlichkeiten von heute, dass einige wenige üppig schlemmen und so viele kein Brot zum Leben haben."

Ein Zustand, den Christen nicht tolerieren dürften, sagte der Papst. Jeder sei aufgerufen, den steinigen Weg nach Bethlehem zu gehen. "Der Weg führt auch heute noch bergauf. Da muss der Gipfel des Egoismus überwunden werden, und man darf nicht in die Abgründe der Weltlichkeit und des Konsumwahns abrutschen." 

Papst Franziskus küsst eine Holzfigur des Christkindes bei der Christmette im Petersdom. | Bildquelle: CLAUDIO PERI/EPA-EFE/REX
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Papst Franziskus rief während der Christmette im Petersdom zum Teilen mit den Armen auf.

Von Kindern begleitet

Nach der Messe trug der Papst eine lebensechte Holzfigur des Christkindes vom Altar zur Krippe des Petersdomes, dessen zentrale Figuren seit den 1980er-Jahren aus dem bayerischen Oberammergau stammen. Dabei wurde Franziskus von Kindern aus Italien, China, Panama, dem Kongo, Rumänien und Japan begleitet.

Am Mittag wird das katholische Kirchenoberhaupt vom Petersdom aus seine Weihnachtsbotschaft verkünden und den päpstlichen Segen "Urbi et Orbi" spenden - der Stadt und dem Erdkreis.

 

Papst feiert Christmette im Petersdom
Tassilo Forchheimer, ARD Rom
25.12.2018 01:59 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Dezember 2018 um 00:45 Uhr. Am 25. Dezember 2018 berichtete MDR aktuell um 01:05 Uhr.

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Tassilo Forchheimer, BR

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