Die G7-Staats-und Regierungschefs beim Gipfel in Biarritz. | Bildquelle: REUTERS

G7-Gipfel in Frankreich Ein Paukenschlag und erste Beschlüsse

Stand: 25.08.2019 22:51 Uhr

Völlig unerwartet war Irans Außenminister zum G7-Gipfel in Biarritz eingetroffen. Die Blitzvisite wirbelte den Zeitplan des Treffens gehörig durcheinander. Trotzdem wurden auch Beschlüsse gefasst.

Von Anja Günther, ARD-Hauptstadtstudio, zzt. Biarritz

Diese Geschichte wird wohl noch länger für Gesprächsstoff sorgen. Kaum hatten die G7-Staats- und Regierungschefs ausgelotet, wie sich der Streit über das Atomabkommen mit dem Iran wohl lösen ließe, da war er auch schon in Biarritz: Irans Außenminister Mohammed Zarif.

Merkel spricht von "Parallelereignis"

Auf dem Programm stand erst ein Gespräch mit dem französischen Außenminister Jean-Yves le Drian, dann mit Präsident Emmanuel Macron. Alles völlig überraschend für die Öffentlichkeit - und für Bundeskanzlerin Angela Merkel ebenfalls ein bisschen: "Das ist sozusagen ein Parallelereignis am gleichen Ort, aber keine G7-Bewegung", sagte sie.

Sie habe sich gut informiert gefühlt, betonte Merkel. Wobei sie offenbar ziemlich kurzfristig erfuhr, dass Macron den Gast aus dem Iran eingeladen hatte. Aus dem Umfeld des französischen Präsidenten hieß es, die Gespräche mit Zarif seien positiv, der iranische Außenminister selbst sprach von einem schwierigen Weg.

Zwei zentrale Ziele im Atomstreit mit dem Iran hatten die G7 laut Macron zuvor definiert: "Zuallererst will kein Mitglied der G7, dass der Iran je über Atomwaffen verfügt", sagte er. "Zweitens sind alle Mitglieder der G7 zutiefst der Stabilität und dem Frieden in der Region verpflichtet und wollen daher keinesfalls irgendetwas unternehmen, was diesem schaden kann."

Iran, Handelskonflikte und Waldbrände im Amazonas im Fokus des G7-Gipfels
tagesschau 20:00 Uhr, 25.08.2019, Sabine Rau, ARD Paris, zzt. Biarritz

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Trump wenig begeistert

US-Präsident Donald Trump dürfte der Besuch des iranischen Außenministers nicht wirklich geschmeckt haben. Die USA setzen im Atomstreit mit dem Iran nicht auf diplomatische Gespräche, sondern auf Wirtschaftssanktionen.

Die Frage, was er denn vom Besuch Zarifs halte, beantwortete Trump entsprechend knapp mit: "Kein Kommentar". Merkel dagegen fand es "absolut richtig, jede Möglichkeit auszuloten".

Burkina Fasos Präsident Roch Marc Christian Kabore, Emmanuel Macron und Angela Merkel | Bildquelle: IAN LANGSDON/POOL/EPA-EFE/REX
galerie

Die G7 wollen die Länder der Sahelzone stärker beim Kampf gegen islamistischen Terrorismus unterstützen.

G7 stellen sich hinter Sahel-Initative

Die Nachricht vom Blitzbesuch des iranischen Außenministers überlagerte die ersten Gipfel-Beschlüsse. Gemeinsam mit Macron und dem Präsidenten von Burkina Faso, Marc Christian Kaboré, stellte Merkel eine deutsch-französische Initiative für die Länder der afrikanischen Sahel-Zone vor.

Die nationalen Sicherheitskräfte dort sollen durch Ausbilder und mit Ausrüstung im Anti-Terrorkampf unterstützt werden. "Wir haben erhebliche Bemühungen, um die Entwicklung voran zu bringen, aber gleichzeitig leider eine sich verschlechternde Sicherheitslage", sagte Merkel. "Und wir wissen: Entwicklung ohne Sicherheit ist nicht möglich. Und deshalb müssen wir die Sicherheit stärken."

Ebenfalls beschlossen und verkündet wurde eine Aufstockung des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Malaria, Aids und Tuberkulose. Allein Deutschland stellt, verteilt auf drei Jahre, eine Milliarde Euro bereit.

Hilfe für den Amazonas-Regenwald

Einig waren sich die G7 auch bei ihrer Entscheidung, Brasilien im Kampf gegen die schweren Brände im Amazonas-Regenwald materielle und technische Hilfe anzubieten. 

Jörn Kalinski von der Entwicklungsorganisation Oxfam hält das für richtig, die Situation im Amazonas-Gebiet sei dramatisch. "Uns bleibt keine Zeit", sagt er, "wir müssen handeln", damit das Brennen des Regenwaldes und das Ausbreiten der Brände gestoppt werden.

Jan Philipp Burgard, ARD Washington, zzt. Biarritz, zum iranischen Überraschungsbesuch: "Es hat wohl eher geschadet"
tagesthemen 22:45 Uhr, 25.08.2019

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Starre Fronten im Handelsstreit

Keinen Fortschritt gab es im Handelskonflikt der USA mit China und mit der EU. Trump setzt weiter auf Zölle als handelspolitisches Steuerungsinstrument, die G7 setzen auf freie Märkte.

Einen Schulterschluss übte der US-Präsident mit dem britischen Premier Boris Johnson. Nach dem Brexit streben Briten und Amerikaner, wie Trump sagte, ein "wirklich großes" Handelsabkommen an.

Über den Brexit dürfte beim G7-Treffen in Biarritz am Rande weiter gesprochen werden. Auf der offiziellen Tagesordnung stehen zudem noch die Themen Klima, Digitalisierung und die Stärkung der afrikanischen Partnerschaft.

G7: Erster Gipfeltag und Ausblick
Anja Günther, ARD Berlin, zzt. Biarritz
25.08.2019 22:24 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichteten die tagesschau am 25. August 2019 um 20:00 Uhr und die tagesthemen am 25.08.2019 um 22:45 Uhr.

Korrespondentin

Anja Günther  Logo NDR

Anja Günther, NDR

Darstellung: