Europäische Satelliten in falscher Umlaufbahn EU will Aufklärung nach Galileo-Debakel

Stand: 25.08.2014 16:20 Uhr

Die EU-Kommission hat Aufklärung über das Debakel mit den zwei falsch im Weltall platzierten Galileo-Satelliten gefordert. Die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) und das französische Raumfahrtunternehmen Arianespace sollten "alle Einzelheiten des Vorfalls" sowie einen "Aktionsplan zur Behebung des Problems" vorlegen, erklärte die Behörde. Sie ist allerdings selbst für die Gesamtkoordination des Programms verantwortlich.

Ein vorläufiger Bericht zu der Panne solle in der ersten Septemberwoche vorliegen. Die Satelliten Galileo Sat-5 und Sat-6 waren am Freitag vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana mit einer russischen Sojus-Rakete ins All befördert worden. Sie sollten eigentlich in eine runde Erdumlaufbahn in rund 23.522 Kilometern Höhe gebracht werden und nach einer Reihe von Tests im Herbst in Betrieb gehen. Einen Tag nach dem Start hatten sie allerdings nicht ihre vorgesehene Umlaufbahn erreicht. Sie seien auf einem tieferen Orbit platziert worden, teilte Arianespace mit.

Eine Sojus-Rakete startet mit zwei "Galileo"-Navigationssatelliten ins All
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Eine Sojus-Rakete startete mit den zwei Galileo-Navigationssatelliten ins All. Sie wurden aber im Orbit falsch plaziert.

Hoffen auf eine "komplizierte" Korrektur

Eine Korrektur dürfte "kompliziert" werden, urteilte der französische Koordinator für das Galileo-Programm, Jean-Yves Le Gall. Nach Angaben aus Brüssel ist allerdings noch nicht alle Hoffnung verloren. "Die Europäische Kommission arbeitet eng mit der ESA zusammen, um die Möglichkeiten zu maximieren, die beiden Satelliten als Teil des Galileo-Netzwerks zu nutzen", erklärte die Kommission.

Galileo Sat-5 und Sat-6 sind Teil eines Systems, das einmal aus 30 Satelliten bestehen und dem US-System GPS sowie dem russischen Glonass Konkurrenz machen soll. Galileo könnte irgendwann Autofahrern beim Finden der Route helfen, aber zum Beispiel auch Landwirten bei der Ernte, Piloten beim Landeanflug oder Rettungsdiensten beim Orten von Verletzten.

Das gesamte Projekt steht nicht infrage

Insgesamt steht das Projekt durch die Panne nicht infrage. Diese sei zwar "sehr unglücklich", kommentierte der federführende EU-Industriekommissar Nelli Feroci. Er sei aber zuversichtlich, dass die Ausbringung der Satelliten nun wie geplant weitergehe, erklärte Feroci.

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