Französische Gewerkschafter demonstrieren in Marseille. | Bildquelle: REUTERS

Landesweiter Generalstreik Rentenpläne treiben Franzosen auf die Straße

Stand: 05.12.2019 13:25 Uhr

Züge, Busse und Metros stehen still: In Frankreich hat der Generalstreik gegen die Rentenreform begonnen. Auch Reisende aus Deutschland sind betroffen. In Nantes setzte die Polizei Tränengas gegen Demonstranten ein.

In Frankreich hat der Generalstreik gegen die geplante Rentenreform von Präsident Emmanuel Macron begonnen. Im ganzen Land gehen Tausende Menschen auf die Straße. Es wird mit den größten Protesten seit Beginn der "Gelbwesten"-Krise vor gut einem Jahr gerechnet. Fast 250 Kundgebungen sind angemeldet.

Generalstreik in Frankreich
tagesschau 15:00 Uhr, 05.12.2019, Navina Lala, ARD Paris

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Die Demonstrationen in Städten wie Marseille, Lille und Rennes verlaufen bisher friedlich. Im westfranzösischen Nantes kam es dagegen zu Ausschreitungen. Die Polizei feuerte laut dem Fernsehsender BFMTV Tränengas in eine Gruppe von Demonstranten. Auf Videos bei Twitter ist zu sehen, wie vermummte Demonstranten Rauchbomben zünden und Gegenstände in Richtung der Polizei werfen. Das Innenministerium rechnet für heute mit Gewalt und hat die Sicherheitsvorkehrungen massiv verschärft. Allein in Paris sind rund 6000 Polizisten im Einsatz.

Während des Generalstreiks in Frankreich sperrt die Polizei in Paris einige Straßen. | Bildquelle: REUTERS
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Angespannte Lage in Paris: Die Polizei hat einige Straßen in der Hauptstadt aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Nahverkehr liegt weitgehend lahm

Der Streiktag startete mit dem Ausstand bei der Bahn und im Pariser Nahverkehr, was am Morgen vor allem massive Einschränkungen im Bahnverkehr mit sich brachte. 90 Prozent der TGV-Schnellzüge wurden nach Angaben der staatlichen Bahngesellschaft SNCF gestrichen, ebenso 80 Prozent der Regionalzüge.

In Paris fuhren auf elf der 16 Metrolinien keine Züge. Im Laufe des Tages wollen sich dem Streik auch Feuerwehrleute sowie Mitarbeiter von Schulen, Krankenhäusern und der Müllabfuhr anschließen.

Eiffelturm geschlossen

Auch Touristen in Paris sind wegen des Generalstreiks deutlich eingeschränkt - nicht nur mit Blick auf den öffentlichen Nahverkehr: Das Wahrzeichen der Hauptstadt, der Eiffelturm, bleibt am Donnerstag geschlossen. Es gebe nicht ausreichend Personal, um die Touristenattraktion an der Seine zu öffnen, teilte die Betreibergesellschaft Sete mit. Der 130 Jahre alte Turm wird jährlich von rund sieben Millionen Menschen besucht.

Auch große Pariser Museen wie der Louvre hatten bereits vor den Streiks vor möglichen Einschränkungen für Besucher gewarnt. Das Impressionisten-Museum Musée d'Orsay bestätigte via Twitter, es bleibe geschlossen.

Sabine Rau, ARD Paris, berichtet von der großen Kundgebung
tagesschau 14:00 Uhr, 05.12.2019

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Reisende auch in Deutschland betroffen

Der Generalstreik hat zudem Auswirkungen auf Reisende aus Deutschland. An Streiktagen fänden im Fernverkehr keine Zugfahrten von und nach Frankreich statt, teilte die Deutsche Bahn mit. Betroffen seien die ICE-Verbindungen von Frankfurt über Mannheim und Saarbrücken nach Paris sowie von München über Stuttgart und Straßburg nach Paris, ebenso die TGV-Verbindung Frankfurt-Mannheim-Straßburg-Marseille. Dies gelte in jedem Fall für diesen Donnerstag.

Wie es in den kommenden Tagen weitergehe, sei noch unklar, sagte ein Sprecher. Die Bahn rief Reisende auf, sich im Internet zu informieren und bot eine kostenlose Umbuchung an. Das Unternehmen rechnet eigenen Angaben zufolge damit, dass der Streik mehrere Tage andauern könnte.

Auch die Lufthansa rief Frankreich-Reisende auf, sich im Internet zu informieren. Für diesen Donnerstag wurden nach Angaben eines Sprechers neun Flüge gestrichen - unter anderem nach Paris, Lyon und Marseille. Betroffene Passagiere würden benachrichtigt.

Ein Passagier schläft am französischen Flughafen Paris-Orly. | Bildquelle: dpa
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Gestrandete Reisende am Flughafen Paris-Orly: Auch Flüge wurden gestrichen.

Vorrechte für bestimmte Berufsgruppen

Die Proteste in Frankreich richten sich gegen Macrons Rentenreform-Pläne. Er will Vorrechte für viele Berufsgruppen abschaffen. In Frankreich gibt es neben den allgemeinen Kassen für die Beschäftigten in der Privatwirtschaft noch rund 40 weitere Rentenkassen für bestimmte Berufsgruppen.

Etliche dieser Sondersysteme bieten überaus komfortable Konditionen. So können Lokführer der staatlichen Bahngesellschaft oder Busfahrer der Pariser Nahverkehrsbetriebe sich schon mit Anfang bis Mitte 50 zur Ruhe setzen. Die Pensionen liegen daher im Schnitt bei mehr als 2500 Euro - die volle Anzahl von Berufsjahren vorausgesetzt.

Präsident Macron will diesen Wildwuchs an Privilegien und Sonderrechten beseitigen. Schon im Wahlkampf nannte er das als das Hauptziel seiner versprochenen Rentenreform. Die genauen Pläne sollen Mitte Dezember vorgestellt werden.

Mit Informationen von Martin Bohne, ARD-Studio Paris.

Frankreich erlebt einen großen Streiktag
Marcel Wagner, ARD Paris
05.12.2019 14:21 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 05. Dezember 2019 die tagesschau um 09:00 Uhr und B5 aktuell um 11:03 Uhr.

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